Aktualisiert 27.01.2011 13:40

GesundheitspolitikSP fordert Stärkung der Hausarztmedizin

Um die Bildung einer Zweiklassenmedizin zu verhindern, sollen gemäss der SP Ärztenetzwerke gefördert werden. Zudem brauche es in den Unis Institute für Hausarztmedizin.

Geht es nach der SP, sollen die Patienten vermehrt zu den Hausärzten gehen.

Geht es nach der SP, sollen die Patienten vermehrt zu den Hausärzten gehen.

Der Bund soll die Hausarztmedizin fördern. Dies fordert die SP. Am Donnerstag hat sie ein Positionspapier zur Gesundheitspolitik präsentiert und parlamentarische Vorstösse angekündigt.

Die Hausarztmedizin ist in den Augen der SP Dreh- und Angelpunkt des Gesundheitssystems. Schon heute würden 90 Prozent der medizinischen Probleme durch Hausärztinnen und Hausärzte gelöst, sagte die Tessiner Nationalrätin Marina Carobbio vor den Medien in Bern.

In der integrierten Versorgung mit Ärztenetzwerken werde die Bedeutung der Hausarztmedizin noch zunehmen. Ziel sei dabei, dass alle im System dasjenige täten, was sie besser könnten als die anderen, erklärte die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr.

Impulsprogramm des Bundes

Damit das System funktioniere, müsse die Politik aber handeln, denn rund die Hälfte der heutigen Hausärztinnen und Hausärzte gingen in den nächsten fünf Jahren in Pension. SP-Parlamentarierinnen und - Parlamentarier wollen diverse Vorstösse zum Thema einreichen.

Unter anderem fordert die Partei ein Impulsprogramm: Der Bund soll den Aufbau von Gruppenpraxen und Gesundheitszentren finanziell unterstützen, während vier Jahren mit maximal 100 Millionen Franken. Fehr verglich dies mit der Unterstützung des Bundes für die Zusammenlegung kleiner Käsereien.

Mehr Studienplätze

Weiter sollen die Universitäten Institute für Hausarztmedizin einrichten und die Anzahl der medizinischen Studienplätze um 20 Prozent aufstocken. Und das Tarifmodell Tarmed soll so überarbeitet werden, dass die Hausarztmedizin gestärkt wird.

Fördern möchte die SP auch die Einführung von E-Health. Ohne elektronische Erfassung der Krankengeschichten sei die integrierte Versorgung nicht möglich, argumentiert die Partei. Dazu brauche es jedoch eine Anschubfinanzierung und Anreize.

Unterstützung der Hausarztinitiative

Die SP will zudem die Hausarzt-Initiative unterstützen und engagiert sich für die Volkskinitiative «für eine öffentliche Krankenkasse». Ziel sei es, die Entwicklung in Richtung Zweiklassenmedizin zu bekämpfen, schreibt die Partei.

Hausärzte und Versorgungsnetze sind auch zentrale Elemente der Managed-Care-Vorlage, die in der parlamentarischen Beratung ist. Die Räte sind sich noch nicht einig, ob Patienten künftig mit einem tieferen Selbstbehalt belohnt werden sollen, wenn sie sich für ein Managed-Care-Modell entscheiden, oder ob sie mit einem höheren Selbstbehalt bestraft werden sollen, wenn sie es nicht tun.

Ausserdem will der Ständerat im Gegensatz zum Nationalrat Krankenkassen nicht zwingen, Versorgungsnetze anzubieten. Die SP will sich weiter für ein Belohnungsmodell und für einen Angebotszwang einsetzen, wie Jacqueline Fehr sagte. Es sei wichtig, dass der Zugang zu den Netzwerken für alle gewährleistet sei. (sda)

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