SP, Grüne und CVP-Frauen wollen Solidarität mit Widmer-Schlumpf
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SP, Grüne und CVP-Frauen wollen Solidarität mit Widmer-Schlumpf

Die Sozialdemokraten, die Grünen und die CVP Frauen beabsichtigen, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf aktiv zu unterstützen. In diesem Sinne wollen sie am Freitag in Bern an einer Kundgebung der Frauen-Organisation Alliance F teilnehmen.

Für Rosemarie Zapfl, Präsidentin von Alliance F, sind die Attacken und Drohungen der SVP gegen die Bundesrätin «inakzeptabel». «Wir verurteilen die Art und Weise, in der diese Partei eine demokratisch gewählte Bundesrätin behandelt», sagte die ehemalige CVP-Nationalrätin aus Zürich auf Anfrage.

Angriffe sind persönlich

Sie weise die diffamierenden Äusserungen der SVP gegen Widmer- Schlumpf zurück. Die Attacken gegen Bundesrätinnen basierten fast immer auf persönlichen Aspekten und nicht auf sachlichen Argumenten, betonte Zapfl.

Bereits die Bundesrätinnen Dreifuss, Metzler und Calmy-Rey hätten ähnliche Erfahrungen gemacht. In der Schweiz würden die Politikerinnen oft ohne Respekt behandelt.

Linke steht hinter Kundgebung

Die Kundgebung der Alliance F geniesst eine breite Unterstützung der Linken. «Wir begrüssen die Aktion gegen die unschweizerische und undemokratische Art der SVP», sagte Peter Lauener, Sprecher der SP. Die Grünen beteiligen sich ebenfalls am Support, «in welcher Form auch immer», wie Generalsekretär Hubert Zurkinden sagte.

Die CVP-Frauen wollen ebenfalls Mitglieder ihrer Partei für die Kundgebung am Freitag mobilisieren. Dabei gehe es nicht nur um Widmer-Schlumpf, sondern auch darum, «den Respekt gegenüber unserer Demokratie und unseren politischen Institutionen zu verteidigen», sagte Ida Glanzmann, Präsidentin der CVP-Frauen.

Offiziell unterstützt die CVP die Kundgebung allerdings nicht. Die CVP begrüsse die Unterstützung für Widmer-Schlumpf und die Demokratie seitens der Frauen, sagte CVP-Sprecherin Marianne Binder. «Viele Christdemokraten werden dort sein», erklärte sie. Aber die Kundgebung sei Sache der Bürger und nicht der Parteien.

FDP: passive Solidarität

Ähnlich tönt es bei der FDP. «Wir meinen, es handelt sich um eine interne Sache der SVP, und werden nicht demonstrieren gehen», sagte Jacqueline de Quattro, Präsidentin der FDP-Frauen. Jedoch sei man solidarisch mit Widmer-Schlumpf. Die Bundesrätin habe gezeigt, dass sie das Format, die Dossierkenntnis und die menschlichen Qualifikationen für eine Bundesrätin habe.

Für Christian Weber, FDP-Sprecher, ist es die beste Art und Weise die Bundesrätin zu unterstützen, indem «man mit ihr zusammenarbeitet und sie wie eine vom Parlament gewählte Bundesrätin behandelt».

Die SVP-Frauen hingegen unterstützen ihre Parteikollegin nicht, wie sie am Sonntag bekannt gaben. Sie werfen Widmer-Schlumpf vor, nach der Annahme ihrer Wahl in den Bundesrat nicht mehr glaubwürdig und geradlinig zu sein. (sda)

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