Armut in Graubünden: SP kämpft gegen Kinderarmut
Aktualisiert

Armut in GraubündenSP kämpft gegen Kinderarmut

Die SP Graubünden fordert eine grundlegende Revision der kantonalen Sozialpolitik. Die Sozialdemokraten wollen verhindern, dass Kinder in Armut aufwachsen müssen. Der Bündner Regierung werfen sie einen sozialpolitischen Blindflug vor.

Die Exekutive lehne es ab, einen Sozialbericht zu erstellen, den die SP in einem Fraktionsauftrag gefordert habe. Dabei sei die heutige Datenlage in diesem Bereich dürftig, teilte die Partei am Dienstag mit.

Klar sei lediglich, dass Armut vererbbar sei und Kinder und Jugendliche am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen seien. In Graubünden lebten, so die Genossen, rund sieben Prozent der Bevölkerung in Armut, weitere zehn Prozent seien davon bedroht. Viel mehr lasse sich aus den vorhandenen Statistiken nicht ableiten.

Mehr Daten und mehr Koordination

Die Sozialdemokraten verlangen, dass in einem ersten Schritt genug Daten erhoben werden, die verbindliche Aussagen ermöglichen. Nur so könne Kinderarmut wirksam bekämpft werden. Zudem müssten gleiche Bildungschancen für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation gewährleistet sein.

Weiter sollen die Leistungen des Kantons, der Sozialversicherungen, der Sozialhilfe und der privaten Hilfsorganisationen besser koordiniert werden. Heute würden zum Beispiel Menschen, die teilweise auf die Sozialhilfe angewiesen seien, oft keinen Anspruch auf Stipendien haben, weil sie zu viel Einkommen hätten.

Die Sozialdemokraten haben ihre Ideen und Forderungen zur Sozialpolitik in einem 40-seitigen Positionspapier aufgelistet. Dabei soll es nicht bleiben. Die SP will eine breit angelegte Diskussion mit der Bevölkerung und in Fachkreisen in Gang setzen und ihre Forderungen und Ideen mit politischen Mitteln durchsetzen. (sda)

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