Ständeratswahl SO: SP-Kantonsrat Roberto Zanetti in den Ständerat
Aktualisiert

Ständeratswahl SOSP-Kantonsrat Roberto Zanetti in den Ständerat

Der 55-jährige Sozialdemokrat Roberto Zanetti wird neuer Solothurner Ständerat. Der frühere Nationalrat und Regierungsrat gewann die Stichwahl mit 49,81 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit verteidigte die SP ihren Sitz. CVP und SVP unterlagen klar.

Roberto Zanetti.

Roberto Zanetti.

Zanetti erhielt von den Wählerinnen und Wählern 29 768 Stimmen. Er hatte bereits im ersten Wahlgang im November das beste Resultat eingefahren, jedoch das absolute Mehr verpasst. Im zweiten Wahlgang war gewählt, wer am meisten Stimmen gewann. Die Wahlbeteiligung betrug 35,48 Prozent.

Der Ständeratssitz ist für Zanetti ein politisches Comeback. Der frühere Nationalrat war 2005 vom Volk als Regierungsrat abgewählt worden. «De rot Röbu», wie Zanetti im Volksmund genannt wird, warb im Ständeratswahlkampf als «Wirtschaftsvertreter der Büezer» für sich.

Zanetti tritt die Nachfolge des verstorbenen SP-Ständerates Ernst Leuenberger an. Der 1999 in den Ständerat gewählte Leuenberger war im Juni im Alter von 64 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

Nachfolger von Leuenberger

Leuenbergers Fussstapfen könne niemand ausfüllen, sagte Zanetti nach seiner Wahl. «Ich werde jedoch mein Bestes geben. An diesem Tag denke ich besonders auch an Leuenberger.» Das gute Wahlresultat habe er «in dieser Deutlichkeit nicht erwartet».

Die SP Schweiz gratulierte Zanetti zur Wahl. Er sei ein erfahrener Vollblut-Politiker. «Ich freue mich sehr, dass Zanetti wieder im Bundeshaus politisiert», wird SP-Fraktionspräsidentin Ursula Wyss in einer SP-Medienmitteilung zitiert.

Bürgerliche standen sich im Weg

Die bürgerlichen Kandidaten blieben bei der Ersatzwahl chancenlos. Der 48-jährige CVP-Kantonsrat Roland Fürst, Direktor der Solothurner Handelskammer, erhielt 28,88 Prozent der abgegebenen Stimmen (17 259 Stimmen).

SVP-Kantonalpräsident und Kantonsrat Heinz Müller gewann 21,31 Prozent der Stimmen (12 738 Stimmen). Für die Stichwahl hatte die SVP ihren Kandidaten ausgewechselt. Müller ersetzte SVP-Nationalrat Roland Borer, der im ersten Wahlgang das schlechteste Resulat erzielt hatte.

Die CVP wollte bei der Ständerats-Ersatzwahl den 1999 mit der Wahl von Leuenberger an die SVP verlorenen Ständeratssitz zurückerobern. Die SVP versuchte, erstmals ins «Stöckli» einzuziehen.

Die FDP, die stärkste Partei des Kantons Solothurn, hatte keinen der beiden Kandidaten unterstützt. Die FDP ist seit 1991 mit Rolf Büttiker in der Kleinen Kammer vertreten.

Schuldzuweisungen der Bürgerlichen

CVP-Kantonalpräsidentin Annelis Peduzzi kritisierte die FDP und sprach am Sonntag von einem «Trauerspiel». Wenn es für die FDP nicht wichtig sei, wie die Bürgerlichen in Bern vertreten seien, so sei das eine «Bankrotterklärung».

Der SVP-Kantonalpräsident und nicht gewählte Ständeratskandidat Müller sagte, es sei nicht der Fehler der SVP gewesen, dass der CVP- Bewerber gescheitert sei. Müller betonte, er würde wieder antreten.

(sda)

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