Gesunde Ernährung - SP-Nationalrätin will Süssigkeiten an Supermarkt-Kassen verbieten
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Gesunde ErnährungSP-Nationalrätin will Süssigkeiten an Supermarkt-Kassen verbieten

An den Kassen von Migros, Coop und anderen Detailhändlern befinden sich Regale mit Schokolade und anderem Schleckzeug. Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle möchte diese nun verbieten.

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Süssigkeiten, die gleich an der Kasse angeboten werden, sind in Schweizer Supermärkten üblich.

Süssigkeiten, die gleich an der Kasse angeboten werden, sind in Schweizer Supermärkten üblich.

20 minutes/ChTalos
Wer in der Schlange steht und wartet, greift schnell mal zu Schokolade und anderem Schleckzeug – obwohl er oder sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte.

Wer in der Schlange steht und wartet, greift schnell mal zu Schokolade und anderem Schleckzeug – obwohl er oder sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte.

20min/Michael Scherrer
Die Genfer Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle möchte den Süssigkeits-Regalen nun einen Riegel vorschieben.

Die Genfer Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle möchte den Süssigkeits-Regalen nun einen Riegel vorschieben.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Migros, Coop und andere Supermärkte verkaufen an den Kassen Süssigkeiten.

  • Das stört eine Genfer SP-Politikerin.

  • Sie will die Supermärkte dazu verpflichten, an den Kassen nur gesunde Lebensmittel anzubieten.

Die Schlange an der Supermarkt-Kasse ist riesig, die Geduld bald aufgebraucht. Schnell greifen da Kundinnen und Kunden ins Regal gleich neben der Kassa und legen einen Schokoriegel, ein Pack Gummibärchen oder anderes Schleckzeug in den Einkaufswagen – obwohl das eigentlich gar nicht auf dem Einkaufszettel stand.

Supermarkt-Ketten wie Migros oder Coop handeln mit Kalkül, wenn sie im Kassenbereich Süssigkeiten anbieten. Und genau das stört die Genfer Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle, die für die SP politisiert. In einer Interpellation fordert sie: Die Süssigkeiten müssen aus den Regalen an den Kassen verschwinden. Das berichtet «20 Minutes».

Fertig mit den «Quängelzonen»

Fehlmann verweist in ihrer Interpellation auf die kalifornische Stadt Berkeley, wo grössere Läden ab 230 m² Verkaufsfläche keine «gezuckerten Produkte» mehr anbieten dürfen an den Kassen. In der Schweiz, wo mittlerweile 42 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig seien, wäre ein solcher Schritt ebenfalls wichtig, so Fehlmann Rielle.

Ein besonderes Anliegen sind der SP-Nationalrätin die Kinder. «Auf Deutsch heissen solche Zonen an den Kassen ‹Quängelzonen›, weil die Kinder dort so lange quengeln, bis ihnen die Eltern etwas Süsses kaufen», schreibt Fehlmann Rielle, die seit 2015 im Nationalrat sitzt. «Kinder müssen schon von den ersten Lebensjahren vor Übergewicht und Fettleibigkeit bewahrt werden, und es ist wichtig, durch Förderung einer ausgewogenen Ernährung auf die Konsumgewohnheiten einzuwirken», so das Fazit von Fehlmann Rielle.

Sie schlägt dem Bundesrat darum vor, die Süssigkeiten von den Regalen an den Kassen zu verbannen – und durch gesündere Produkte zu ersetzen. Und der Bundesrat zeigt sich der Idee gegenüber offen: «Einer Empfehlung insbesondere für Grossverteiler, ihre Kassenumgebung mit gesunden Produkten auszugestalten, steht der Bundesrat als ergänzende Massnahme positiv gegenüber», schreibt er in seiner Antwort. National- und Ständerat haben die Frage noch nicht diskutiert.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Essstörung?

Hier findest du Hilfe:

Fachstelle PEP, Beratung für Betroffene und Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

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