SP sucht Gründe für Wahldebakel
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SP sucht Gründe für Wahldebakel

Die SP ist noch immer auf der Suche nach den Gründen für ihre Niederlage bei den eidgenössischen Wahlen vom 21. Oktober. Die Partei ortet Probleme in der Strategie und der Fokussierung auf Blocher. Die Partei will künftig dafür sorgen, dass die Leute wieder wissen, wofür sie steht.

Die Spitzen der Kantonalparteien und die Parteileitung trafen sich in Bern zu einer Koordinationskonferenz. Zahlreiche Kantonalparteien hätten dieses Treffen verlangt, sagte Parteipräsident Hans-Jürg Fehr in dessen Anschluss vor den Medien. Das Image der SP sei zu verschwommen.

Vizepräsident Pierre-Yves Maillard sagte, man müsse das Thema der sozialen Gerechtigkeit wieder ins Zentrum der Debatte rücken. Sonst wisse bald niemand mehr, wofür die SP stehe. Dies sei leider während der Wahlkampagne nicht geschehen. Der Partei sei es nicht gelungen, mit ihren Themen durchzudringen.

Zu zögerlich reagiert

Laut Fehr reagierte die SP zu zögerlich auf soziale Missbräuche und Jugendgewalt. Die Partei habe sich auch zu sehr auf Christoph Blocher fokussiert, fügte Vizepräsidentin Silvia Schenker an.

Generalsekretär Thomas Christen betonte, auch die Kommunikation müsse verbessert werden. Die SP habe zu viel von der Schweiz gesprochen und zu wenig von den Schweizern und deren Problemen.

Für Fehr ist das Umschwenken der Sozialdemokraten nach den Zürcher Kantonswahlen vom Frühling - bei denen sie 17 Sitze verloren - zu spät erfolgt: «Es ist unmöglich, in sechs Monaten das Image zu ändern, das die Leute von einer Partei haben.»

Das SP-Debakel sei besonders gross gewesen in den Städten mit rot-grünen Mehrheiten - da, wo die Grünen am stärksten seien, sagte Fehr. Es habe zwischen den beiden Partnern immer einen internen Wählerfluss gegeben; immerhin blieben diese Wähler in Reichweite.

Truppen remobilisieren

Prioritär ist für die SP gegenwärtig die Remobilisierung ihrer Truppen mit Kampagnen wie jene gegen die Reform der Unternehmenssteuer oder die Initiative «Schutz vor Waffengewalt». Die Partei brauchte auch mehr Geld. Die Kampagnen der SP lebten von der Motivation ihrer Mitglieder, auf die Strassen zu gehen, sagte Schenker.

Die SP verlor bei den Wahlen 9 Sitze im Nationalrat und hat nun noch deren 43. Im Ständerat konnte sie ihre 9 Sitze halten. (sda)

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