Medikamentenknappheit – SP will, dass die Schweiz Sandoz verstaatlicht

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MedikamentenknappheitSP will, dass die Schweiz Sandoz verstaatlicht

Um die Versorgung sicherzustellen, soll der Bund den Medikamentenhersteller kaufen, fordert die SP in einer Motion.

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Novartis prüft den Verkauf der Tochter Sandoz. (Archivbild)

Novartis prüft den Verkauf der Tochter Sandoz. (Archivbild)

Imago Images/Roland Mühlanger
Die SP will, dass der Bund den Medikamentenhersteller übernimmt.

Die SP will, dass der Bund den Medikamentenhersteller übernimmt.

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So soll verhindert werden, dass die medizinische Versorgung nicht noch mehr vom Ausland abhängt.

So soll verhindert werden, dass die medizinische Versorgung nicht noch mehr vom Ausland abhängt.

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Darum gehts

  • Der Novartis-Konzern hat angekündigt, dass er die Tochter Sandoz verkaufen will.

  • Die SP verlangt in einer Motion, dass der Bund den Medikamentenhersteller übernimmt.

  • So soll verhindert werden, dass die Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland in der medizinischen Versorgung immer grösser wird.

Die Pandemie hat gezeigt, dass die Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland in der medizinischen Versorgung immer grösser wird. Nun fordert die SP per Motion, dass der Bund die Novartis-Tochter Sandoz kauft. Der Konzern hatte letzte Woche angekündigt, dass man einen Verkauf prüfe. Sandoz beschäftigt rund 20’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, will die SP mit dem Kauf verhindern, dass der letzte Antibiotika-Hersteller in Europa in fremde Hände fällt. Schon heute werden 90 Prozent der Generika und Antibiotika in Asien hergestellt. Europäische Pharmakonzerne konnten im Preiskampf in diesen Sparten nicht mithalten. Die Abhängigkeit von China und Indien ist gross: Fallen Medikamentenlieferungen aus diesen Ländern aus, hat die Schweiz ein Problem.

SVP schreckt vor Kauf zurück

Auch bürgerlichen Parteien ist klar: Die immer häufiger auftretenden Medikamentenengpässe sind besorgniserregend. Die SVP forderte kürzlich, die Politik müsse dafür sorgen, dass wieder mehr Impfstoffe in der Schweiz hergestellt werden. Vor dem Kauf der Sandoz schreckt die Partei aber zurück.

Der Bund sei nicht qualifiziert, einen Konzern in einem so harten Markt zu führen, sagt auch Ruth Humbel, Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission. Länder wie Frankreich, Deutschland und Österreich haben dagegen bereits begonnen, in die Pharmaindustrie zu investieren.

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(chk)

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