50-Millionen-Projekt - SP will nicht, dass Luzern neue Kaserne der Schweizergarde mitfinanziert
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50-Millionen-ProjektSP will nicht, dass Luzern neue Kaserne der Schweizergarde mitfinanziert

Die Kaserne der Schweizergarde in Rom soll neu gebaut werden. Dazu soll der Kanton Luzern 400’000 Franken beitragen. Geht gar nicht, findet die SP. Der Vatikan habe genug Geld.

von
Daniela Gigor
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Die Kaserne der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan soll neu gebaut werden.

Die Kaserne der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan soll neu gebaut werden.

Durisch + Nolli Architekten 
Darum sammelt die Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde im In- und Ausland Gelder, wie sie selber schreibt. 

Darum sammelt die Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde im In- und Ausland Gelder, wie sie selber schreibt.

Durisch + Nolli Architekten 
Der Kanton Luzern wurde angefragt, 400’000 Franken beizusteuern. 

Der Kanton Luzern wurde angefragt, 400’000 Franken beizusteuern.

Durisch + Nolli Architekten

Darum gehts

  • Für den Neubau der Kaserne der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan werden 55 Millionen Franken benötigt.

  • Die Kasernenstiftung päpstliche Schweizergarde ist darum auf der Suche nach Geld im In- und Ausland.

  • Auch der Bund und die Kantone wurden angefragt. Die Idee der Stiftung: Jeder Kanton soll sich mit einem Franken pro Einwohner und Einwohnerin beteiligen.

  • Darum soll der Kanton Luzern 400’000 Franken an den Neubau beisteuern.

  • Davon ist die SP gar nicht begeistert: «Der Vatikan ist keineswegs hilfsbedürftig», sagt David Roth, Präsident SP Kanton Luzern.

Alt-Bundesrätin Doris Leuthard leitet das Patronatskomitee für den Neubau der Kaserne der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan. Die angestrebte Zielsumme, die in In- und Ausland gesammelt werden muss, beläuft sich je nach Quelle auf 50 bis 55 Millionen Franken. Präsident der Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde ist Jean-Pierre Roth, der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Die Idee der Stiftung: Jeder Kanton soll sich mit einem Franken pro Einwohner und Einwohnerin am Neubau beteiligen. Darum wurde ein Gesuch an die Konferenz der Kantone gerichtet. Mit einem Schreiben von Ende März wurde auch der Kanton Luzern um Unterstützung gebeten.

Dies passt aber der SP des Kantons Luzern gar nicht, wie deren Präsident David Roth mitteilte: «Der Vatikan ist keineswegs hilfsbedürftig, sondern schuldenfrei und deshalb auch nicht auf die Unterstützung von Luzern angewiesen.» Auf Anfrage sagt Roth: «Ich wüsste nicht, was unnötiger wäre als die Finanzierung einer staatlichen Aufgabe eines Staates, der selber im Geld schwimmt.» Roth ärgert sich auch darüber, dass die Gelder laut seinen Informationen offenbar dem Lotteriefond entnommen werden sollen.

Die SP kann bei der FDP und SVP kaum auf Unterstützung zählen

«Das Geschäft liegt zuständigkeitshalber beim Justiz- und Sicherheitsdepartement», teilte der Kanton Luzern auf Anfrage mit. Für eine allfällige Unterstützung des Projekts brauche es ein Dekret, welches vom Kantonsrat beschlossen werden muss. «Mehr können wir im Moment dazu nicht sagen», so Erwin Rast-Schulz, vom Justiz- und Sicherheitsdepartement.

Bei der FDP und der SVP dürfte David Roth mit seiner Ansicht auf wenig Unterstützung zählen können. So sagt etwa FDP-Fraktionspräsident Georg Dubach: «Ich stehe grundsätzlich zur Institution der Schweizergarde und wir müssen dieser Institution Sorge tragen. Ich finde diese Anfrage unterstützungswürdig.» Diskutiert werden müsste laut Dubach, aus welchem Topf das Geld gesprochen würde. Auch die SVP hegt Sympathie für die Schweizergarde, weil dem Kanton Luzern eine spezielle Rolle zukommt. Laut SVP-Fraktionspräsident Armin Hartmann hat Luzern in der Vergangenheit schon viele Gardisten gestellt und werde dies auch weiterhin tun: «Es ist legitim nach Unterstützung anzufragen und ich bin gespannt, was die Regierung dazu sagt.» Ihn interessiert ausserdem, wer sonst wie viel Geld für das Projekt gesprochen hat. «Anhand dieser Infos werden wir dann unseren Entscheid fällen», so Hartmann weiter.

Für den Neubau der Kaserne haben bereits mehrere Kantone Geld zugesagt. Auch der Bund teilte im Dezember 2020 mit, dass er sich mit fünf Millionen Franken beteiligen wird.

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