Aktualisiert 06.07.2016 06:14

AndermattSpace Cakes beim Bund

Hasch-Guetsli und abgelaufene Lebensmittel – Mitarbeiter beklagen sich über die Zustände am Sitz des Nationalen Sportzentrums in Andermatt.

von
ann
Die Hasch-Brownies mit dem Zettel, auf dem auf Italienisch steht: sehr giftig

Die Hasch-Brownies mit dem Zettel, auf dem auf Italienisch steht: sehr giftig

Kein Anbieter

Die Brownies würden verlockend aussehen, aber über ihnen liegt ein Blatt mit der Aufschrift: «Nicht essen, sehr giftig.» Gebacken wurden die Brownies offenbar in einem der Öfen des Armeesportzentrums in Andermatt. Und sie enthalten so viel THC, dass die Tessiner Kantonspolizei, die sie getestet hat, sie als Drogen einstuft.

Der Tag, an dem die Hasch-Guetsli gebacken wurden, ist mehr als zwei Monate her. Sie waren für eine Privatparty einiger Mitarbeiter des Zentrums gedacht und landeten nicht heimlich auf den Tellern von Ahnungslosen. Dennoch landete ein Stück bei der Tessiner Polizei. Diese bestätigt die Untersuchung. Weil diese aber noch im Gang sei, werde man «keine weiteren Auskünfte erteilen».

Baspo duldet keinen Drogenmissbrauch

Aufgeflogen ist alles, weil mehrere Mitarbeiter unzufrieden waren mit den Arbeitsbedingungen, wie sie 20 Minuti berichten. So gebe es in der Küche ein Hygieneproblem und die Lebensmittel seien zum Teil abgelaufen. Ausserdem komme es vor, dass Mitarbeiter zehn Tage ohne Unterbruch arbeiten müssten. Immer wieder seien Angestellte auch Mobbing ausgesetzt, weshalb ein Mitarbeiter sich in psychiatrischer Betreuung befinde.

Beim Bundesamt für Sport (Baspo) wusste man auf Anfrage noch nichts von den Vorwürfen. «Es gibt keine Berichte über Mobbing.» Auch über das Cannabis in den Brownies und die laufende Untersuchung war man nicht informiert. Die Haltung in Bezug auf Drogen ist jedoch klar: «Das Baspo verbietet die Verwendung von Drogen in seinen Einrichtungen. Wer sich nicht daran hält, muss gehen.» Die Sache ist auch aus rechtlicher Sicht nicht ganz einfach: Anzeige wurde im Tessin erstattet, doch die Tat wurde im Kanton Uri begangen.

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