Weltpremiere: SpaceX zeigt sein erstes bemanntes Raumschiff
Aktualisiert

WeltpremiereSpaceX zeigt sein erstes bemanntes Raumschiff

Das Raumfahrtunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk will künftig Personen ins All befördern. Dafür hat SpaceX die siebenplätzige Kapsel Dragon V2 entwickelt.

von
jcg

SpaceX-Besitzer Elon Musk präsentierte die Raumfähre Dragon V2 am Donnerstag im Hauptsitz der Firma in Kalifornien. Musk lobte die Raumfähre als einen grossen technologischen Schritt nach vorn. In einer ersten Phase will Musk Astronauten in eine niedrige Erdumlaufbahn, also zur Internationalen Raumstation ISS transportieren. Längerfristig hat er ehrgeizigere Ziele. Er will Menschen zum Mars fliegen. «Dorthin müssen sich die Dinge längerfristig entwickeln», sagte er anlässlich der Präsentation von Dragon V2.

SpaceX ist eines von mehreren Privatunternehmen, die sich bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa für den Bau sogenannter Raumtaxis bewerben. Nachdem die Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte ausrangiert hat, benötigt sie ein neues Transportmittel zur ISS. Astronauten können derzeit nur mit russischen Sojus-Raketen ins All gebracht werden.

Neben SpaceX haben auch Boeing und die Sierra Nevada Corporation (SNC) Entwicklungsgelder von der Nasa erhalten. Boeing arbeitet an der Orion-Kapsel, während SNC mit ihrem Dream Chaser eine Art Mini-Space-Shuttle plant. In den nächsten Monaten dürfte die US-Raumfahrtbehörde entscheiden, welches System tatsächlich ins All fliegen wird.

Privatrakete bringt Satelliten ins All

Zurzeit zahlen die USA Russland pro Astronaut, der mit Sojus zur ISS fliegt, 70 Millionen Dollar. Alle drei Anbieter beteuern, dass sie diesen Preis unterbieten werden. Musk rechnet mit 20 Millionen Dollar pro Astronaut. Fliegen sieben Astronauten mit, würde ein Start somit 140 Millionen Dollar kosten.

Testflug Ende 2015

Dragon V2 ist eine Weiterenwicklung des Raumfrachters Dragon, mit dem SpaceX bereits heute regelmässige Versorgungsflüge zur ISS unternimmt. Unter anderem wurden zusätzliche Triebwerke verbaut, die die Kapsel in Sicherheit schiessen könnten, sollte beim Steigflug etwas schiefgehen. Die Super-Draco-Triebwerke werden in einem 3-D-Druckverfahren hergestellt.

Für dieses und nächstes Jahr sind einige Tests dieses Notfallsystems geplant. Sollten diese zufriedenstellend ausfallen und die Nasa-Gelder weiter fliessen, hält Musk einen ersten unbemannten Testflug Ende 2015 für realistisch. Bemannte Testflüge in die Erdumlaufbahn könnten 2016 folgen.

Im Bezug auf die Landung hat Musk ebenfalls ambitionierte Ziele. So soll die Kapsel dereinst mit ausklappbaren Beinen für die Landung ausgestattet werden. Damit soll Dragon V2 sanft auf festem Boden landen und nicht im Ozean, wie beim Dragon-Frachter zurzeit üblich. Damit liesse sich viel Geld sparen. «So sollte ein Raumschiff des 21. Jahrhunderts landen», sagte Musk.

Animation eines Fluges der Dragon V2. (Video: Youtube/SpaceX) (jcg/sda)

Deine Meinung