Friedens-Nobelpreis: Späte Ehre für Helmut Kohl?
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Friedens-NobelpreisSpäte Ehre für Helmut Kohl?

Wer wird mit dem Nobelpreis für Frieden ausgezeichnet? Die Gerüchteküche brodelt. Zum Favoritenkreis gehört auch der deutsche Wiedervereinigungs-Kanzler Helmut Kohl.

Neben den Initiatoren der demokratischen Massenbewegungen in arabischen Ländern gelten einen Tag vor der Vergabe des Friedensnobelpreises in Oslo auch die EU und russische Menschenrechtler als chancenreiche Anwärter auf die Auszeichnung.

Die norwegische Nachrichtenagentur NTB nannte am Donnerstag neben der EU den 81-jährigen deutschen Altkanzler Helmut Kohl als möglichen Preisträger. Hintergrund für die neuen Spekulationen über die Vergabe an die EU als «europäisches Friedensprojekt» sind Äusserungen des norwegischen Nobelkomitee-Chefs Thorbjörn Jagland.

Dieser hatte in einem Interview mit NTB die haushohe Favoritenstellung arabischer Preisanwärter indirekt als falsch bezeichnet. Jagland hat sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich für den Friedensnobelpreis an die EU stark gemacht.

241 Kandiaten nominiert

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP hatte Jagland am Mittwoch noch gesagt, es sei «offensichtlich», wer den Preis gewinne. Er sei überrascht, dass «Kommentatoren und Experten» den Namen des Preisträgers noch nicht aufgeschnappt hätten.

Es sei «nicht zwangsläufig» zu spät, um auch führende Persönlichkeiten des «Arabischen Frühlings» zu berücksichtigen, ergänzte er. Gegenüber NTB sagte Jagland: «Wenn man richtig internationale Medien verfolgt, dann ist es ja mitten im Bild.»

Dieses Jahr wurden 241 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert. 53 davon sind Organisationen. Im letzten Jahr wurde der inhaftierte chinesische Oppositionelle Liu Xiaobo ausgezeichnet. Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 1,3 Millionen Franken (zehn Millionen schwedischen Kronen) dotiert. (sda)

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