Super League: Spätes Geschenk für Debütant Zinnbauer
Aktualisiert

Super LeagueSpätes Geschenk für Debütant Zinnbauer

Verteidiger Roy Gelmi beschert dem neuen St.-Gallen-Trainer Joe Zinnbauer mit seinem 1:0-Siegtor gegen Thun eine erfolgreiche Premiere. Zürich spielt in Lugano nur 0:0.

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Mittwoch, 29. SeptemberYB fügt dem FC Basel die erste Saisonniederlage zu. Miralem Sulejmani trifft zweimal für die Berner.

Mittwoch, 29. SeptemberYB fügt dem FC Basel die erste Saisonniederlage zu. Miralem Sulejmani trifft zweimal für die Berner.

Keystone/Peter Klaunzer
Genauso wie Alexander Gerndt (rechts hinten).

Genauso wie Alexander Gerndt (rechts hinten).

Keystone/Peter Klaunzer
Nationalstürmer Breel Embolo trifft einmal für den FCB, das reicht aber nicht.

Nationalstürmer Breel Embolo trifft einmal für den FCB, das reicht aber nicht.

Keystone/Peter Schneider

Es war kein Zufall, dass der einzige Treffer des Abends in der Ostschweiz nach einer Standardsituation fiel. Beide Mannschaften taten sich über weite Strecken schwer in ihren Offensiv-Bemühungen. Die guten Tormöglichkeiten waren schnell gezählt. St. Gallen, das zuletzt in der Meisterschaft dreimal in Serie verloren hatte, war lange nur durch ein paar Distanzschüsse gefährlich geworden. Mario Mutsch hatte Mitte der ersten Halbzeit einen Pfostenschuss zu verzeichnen gehabt. Bevor Gelmi der «Lucky Punch» gelang, waren die Ostschweizer fast verzweifelt angerannt. Zinnbauer sprach hinterher von einem «erkämpften Sieg». Trotz dieses Vollerfolgs wartet viel Arbeit auf den Nachfolger von Jeff Saibene. Nur sechs Tore sind eine viel zu magere St. Galler Ausbeute für das erste Meisterschafts-Viertel.

Thun präsentierte sich im Angriff ebenfalls harmlos, und doch bot sich den Berner Oberländern in der 79. Minute die goldene Chance, um Punkte aus der AFG-Arena zu entführen. Nach einem Foul des brasilianischen Kartensammlers Everton an Gianluca Frontino wurde den Gästen ein Penalty zugesprochen. Der Gefoulte übernahm die Verantwortung, scheiterte aber kläglich an Goalie Daniel Lopar, dem Zinnbauer fürs Erste das Vertrauen ausgesprochen hatte.

FCZ sündigt im Abschluss

Der FC Zürich hingegen muss weiter auf den zweiten Saisonsieg. Trotz zahlreicher Torchancen spielte das Team von Sami Hyypiä in der 9. Runde in Lugano nur 0:0. Wie schon bei seinem Debüt auf der Trainerbank des FC Zürich am Wochenende vor einer Woche gegen Thun (3:3) musste Hyypiä in Lugano mitansehen, wie seine Spieler fahrlässig den Sieg verpassten. Mehr Torchancen, als sie der FCZ im Cornaredo herausspielte, kann man sich kaum wünschen.

In der ersten Halbzeit tauchte im Fünf-Minuten-Takt ein Zürcher gefährlich vor dem Tor von Luganos Keeper Francesco Russo auf. Davide Chiumiento traf in der 4. Minute nur den Pfosten. Danach vergaben der nach einer guten halben Stunde verletzt ausgeschiedene Burim Kukeli, Philippe Koch und dreimal Franck Etoundi exzellente Möglichkeiten.

Luganos Torflaute hält an

Der seit nunmehr fünf Super-League-Partien sieglose FCZ tat bis aufs Toreschiessen zumindest eine Stunde lang alles, um die Negativserie zu beenden. Er agierte druckvoll, verleitete die Luganesi mit seinem Pressing zu zahlreichen Fehlpässen und suchte den direkten Weg in den gegnerischen Strafraum. In der 56. Minute etwa reichten ein langer Ball von Berat Djimsiti und eine Kopfballverlängerung von Armando Sadiku, um Christian Schneuwly alleine vor Russo zu positionieren. Schneuwly scheiterte mit der letzten nennenswerten Offensivaktion der Zürcher wie alle anderen zuvor am Goalie.

Russo war der einzige Tessiner, der durchwegs stark spielte. Seine Teamkollegen steigerten sich nach einer völlig verpatzten ersten Halbzeit immerhin derart, dass Zürich nicht mehr nach Belieben dominierte. Mit in den zweiten 45 Minuten deutlich erhöhtem Einsatz hielten die Gastgeber den Gegner meistens vom eigenen Tor entfernt. In der letzten Viertelstunde profitierten sie davon, dass der FCZ de facto nur noch zu zehnt agierte. Kevin Bua verletzte sich in der 78. Minute am Knie und humpelte nur noch über den Platz. Hyypiä hatte seine drei Wechsel zu diesem Zeitpunkt bereits vorgenommen.

Einem Tor kam Lugano in der 1. Minute am nächsten. Anastasios Donis traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Es war der frühe offensive Höhepunkt der Mannschaft von Zdenek Zeman. Später sorgten noch ein Freistoss von Jonathan Sabbatini (45.) und ein Schuss von Patrick Rossini (47.) für etwas Gefahr vor dem Zürcher Goalie Yanick Brecher. Für ein Ende der seit 350 Minuten anhaltenden Torlosigkeit des Aufsteigers reichten diese Bemühungen aber nicht.

St. Gallen - Thun 1:0 (0:0)

10'447 Zuschauer. - SR San. - Tor: 85. Gelmi (Corner Tafer) 1:0.

St. Gallen: Lopar; Hefti, Wiss, Gelmi, Angha; Mutsch, Everton; Tréand (75. Lang), Aleksic (70. Aratore), Tafer; Gotal (81. Cavusevic).

Thun: Ruberto; Joss, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Hediger, Wieser; Zarate (46. Rojas), Frontino, Rapp (58. Schirinzi); Buess (80. Munsy).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Dziwniel, Bunjaku, Lässer (alle verletzt), Janjatovic (krank), Facchinetti und Russo (beide nicht im Aufgebot). Thun ohne Bürki (gesperrt), Siegfried, Schindelholz, Ferreira, Bigler, Glarner (alle verletzt) und Zino (nicht im Aufgebot). 28. Pfostenschuss Mutsch. 79. Lopar hält Foulpenalty von Frontino. - Verwarnungen: 9. Wieser, 11. Hediger, 19. Wiss, 63. Angha, 76. Everton (alle Foul).

Lugano - Zürich 0:0

3196 Zuschauer. - SR Hänni.

Lugano: Russo; Padalino, Datkovic, Djuric, Veseli; Sabbatini, Crnigoj, Rey (60. Piccinocchi); Donis, Rossini (70. Josipovic), Bottani.

Zürich: Brecher; Di Gregorio, Kecojevic, Djimsiti, Koch; Bua, Yapi, Schneuwly, Kukeli (34. Cabral); Chiumiento (68. Gavranovic), Etoundi (46. Sadiku).

Bemerkungen: Lugano ohne Urbano (gesperrt), Lombardi und Tosetti (beide verletzt). Zürich ohne Kleiber, Nef, Sarr, Chermiti und Schönbächler (alle verletzt). 1. Pfostenschuss von Donis. 4. Pfostenschuss von Chiumiento. 6. Tor von Etoundi wegen Abseits aberkannt. 34. Kukeli verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 18. Yapi. 29. Bottani. 40. Crnigoj. 54. Rey. 66. Rossini. 84. Padalino. Datkovic (alle Foul). (si)

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