Trainer Urs Fischer kündigt Aufklärung an: Rassismus-Skandal überschattet Union-Sieg gegen Leverkusen
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Trainer Urs Fischer kündigt Aufklärung anRassismus-Skandal überschattet Union-Sieg gegen Leverkusen

Union Berlin schlägt am Freitagabend Bayer Leverkusen und steht vorübergehend auf einem Champions-League-Platz. Nach Spielschluss kommt es auf dem Feld zu Tumulten.

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Leverkusens Nadiem Amiri soll nach Spielschluss rassistisch beleidigt worden sein.

Leverkusens Nadiem Amiri soll nach Spielschluss rassistisch beleidigt worden sein.

POOL/AFP via Getty Images
Der Schweizer Unio-Trainer versucht Amiri zu beruhigen.

Der Schweizer Unio-Trainer versucht Amiri zu beruhigen.

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Union Berlin gewinnt gegen Bayer Leverkusen mit 1:0. 

Union Berlin gewinnt gegen Bayer Leverkusen mit 1:0.

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Darum gehts

  • Union Berlin gewinnt gegen Bayer Leverkusen.

  • Teuchert gelingt kurz vor Schluss der Siegtreffer.

  • Nach Spielschluss soll Leverkusens Nadiem Amiri rassistisch beleidigt worden sein.

  • Dank des Sieges klettert Union vorläufig auf den vierten Platz direkt hinter Bayer.

Auch Bayer Leverkusen hat den Union-Code nicht geknackt und eine späte Niederlage einstecken müssen. Die Werkself muss sich zum Auftakt des 16. Spieltags der Fussball-Bundesliga beim 1. FC Union Berlin nach dem Tor von Cedric Teuchert (88. Minute) mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und verpasst den Sprung auf Platz zwei direkt hinter den FC Bayern München.

Dabei ist Leverkusen lange die bessere Mannschaft. Nadiem Amiri und Kerem Demirbay (38.) und Julian Baumgartlinger (41.) haben die Möglichkeit zum 1:0, vergeben aber jeweils. In Halbzeit zwei gehören die ersten Grosschancen den Gastgebern. Teuchert taucht frei vor Hradecky auf, sein Schuss geht jedoch an den Innenpfosten (50.). Zehn Minuten später verfehlt er nach einem weiteren Konter erneut nur knapp das Bayer-Tor (61.). Auf der anderen Seite wird es am gefährlichsten, als Andrich mit einem Rückpass aus kurzer Distanz seinen eigenen Goalie Andreas Luthe in Schwierigkeiten bringt (64.). Union bleibt gefährlich und frech – und belohnt sich zwei Minuten vor dem Abpfiff mit dem Siegtreffer des eingewechselten Teuchert.

Rassismus-Vorwurf gegen Union-Spieler

Nach Spielschluss kommt es in der Alten Försterei zu einer unschönen Szene. Mittendrin ist der deutsche Nationalspieler Nadiem Amiri. Später erklärt Leverkusen-Verteidiger Jonathan Tha im Interview mit DAZN, was vorgefallen sei.

«Scheiss Afghane», soll ein Union-Profi dem deutschen Nationalspieler Amiri entgegengerufen haben. Auf TV-Bildern ist zu sehen, wie sich der 24-Jährige aufgebracht mit mehreren Kontrahenten unterhält. Gestik und Mimik aller Beteiligten verdeutlichen die angespannte Stimmung. Später in der Kabine sollen bei Amiri sogar Tränen geflossen sein. Auf Instagram teilt der fünffache deutsche Nationalspieler mit afghanischen Wurzeln eine Story seiner Bruders. Diese hat er inzwischen wieder gelöscht.

Amriri teilt nach Spielschluss auf Instagram diesen Text seines Bruders.

Amriri teilt nach Spielschluss auf Instagram diesen Text seines Bruders.

Instagram/Nadiem Amiri

Union Berlins Trainer Urs Fischer hat schnell eine Aufklärung der Vorwürfe angekündigt. «Ich kann es nicht beweisen, ich werde das ansprechen, wir werden versuchen, das zu klären», versprach der Coach des Bundesliga-Überraschungsteams.

Am Samstagvormittag äussert sich Amiri öffentlich zum Vorfall. Er habe die Entschuldigung des Union-Spielers angenommen, teilt sein Club Bayer Leverkusen mit. «Er ist zu mir in die Kabine gekommen. Es sind aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leid tun. Er hat mir das glaubwürdig versichert, deswegen ist die Sache für mich erledigt», erklärt Amiri.

(nih/law/dpa)

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