Deutschland: Spätestens 2019 raus aus Afghanistan
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DeutschlandSpätestens 2019 raus aus Afghanistan

Die Bundesregierung erwartet, dass die Bundeswehr spätestens in zehn Jahren aus Afghanistan abgezogen werden kann.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung nannte am Donnerstag erneut eine «Bandbreite von fünf bis zehn Jahren». Auch Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: «Ich rechne nicht damit, dass wir noch zehn Jahre oder länger in Afghanistan militärisch präsent sein werden.»

Jung und ...

Der CDU-Politiker Jung betonte im ARD-Morgenmagazin, niemand könne genau sagen, wie lange der Einsatz dauern werde. «Sie können keinen klaren Zeitpunkt nennen. Sie können nur das Ziel nennen.» Ziel sei, Afghanistan in die Lage zu versetzen, selbst für seine Sicherheit zu sorgen, «damit es nicht wieder zurückfällt in eine Terrorherrschaft der Taliban».

... Steinmeier einig

Steinmeier (SPD) sagte der «Leipziger Volkszeitung», je schneller man bei Ausstattung und Ausbildung von Streitkräften und Polizei vorankomme, desto schneller könne man die Präsenz zurückfahren. Man sei keine Besatzungsmacht. Die Bundeswehr sei in dem Land, damit Afghanistan nicht wieder zum Rückzugsgebiet für Terroristen werde und die Afghanen ihre Demokratie selbst beschützen könnten.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), warnte davor, den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zum Wahlkampfthema zu machen. Der «Financial Times Deutschland» sagte er: «Jetzt in einen Wettbewerb einzusteigen, wer die deutschen Truppen als erster nach Hause holt, ist nicht seriös.» Es wäre das Ende der Anerkennung Deutschlands in der internationalen Gemeinschaft, wenn es als erstes wichtiges Land den Konsens brechen würde, sagte er. Erler lehnte eine Debatte über eine Exit-Strategie grundsätzlich ab, «weil man dann nicht ohne Datum auskommt». (dapd)

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