Nur noch Innendienst: Spahr wegen «Zigeuner»-Plakat versetzt
Aktualisiert

Nur noch InnendienstSpahr wegen «Zigeuner»-Plakat versetzt

Nils Fiechter und Adrian Spahr, die Chefs der Jungen SVP Bern, wurden wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Für den Basler Kantonspolizisten Spahr hat das nun Folgen.

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cho/lha
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Adrian Spahr, der 24-jährige Co-Präsident der Jungen SVP Bern, kandidierte 2014 für das Berner Kantonsparlament.

Adrian Spahr, der 24-jährige Co-Präsident der Jungen SVP Bern, kandidierte 2014 für das Berner Kantonsparlament.

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Der Jungpolitiker arbeitet als Kantonspolizist in Basel-Stadt. In seiner beruflichen Funktion war er Anfang Dezember bei der Präsentation der neuen Polizei-Teslas dabei. Er ist Alarmpikett-Fahrer.

Der Jungpolitiker arbeitet als Kantonspolizist in Basel-Stadt. In seiner beruflichen Funktion war er Anfang Dezember bei der Präsentation der neuen Polizei-Teslas dabei. Er ist Alarmpikett-Fahrer.

Keystone/Georgios Kefalas
Das Regionalgericht Bern-Seeland verurteilte Spahr und seinen Co-Präsidenten Nils Fiechter am 14. Januar 2019 wegen Rassendiskriminierung. Grund war ein Cartoon, den die Junge SVP Bern im Frühling 2018 auf Facebook gepostet hatte.

Das Regionalgericht Bern-Seeland verurteilte Spahr und seinen Co-Präsidenten Nils Fiechter am 14. Januar 2019 wegen Rassendiskriminierung. Grund war ein Cartoon, den die Junge SVP Bern im Frühling 2018 auf Facebook gepostet hatte.

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Das «Zigeuner»-Plakat, welches laut einem Urteil von Berner Richtern gegen die Rassismusstrafnorm verstösst, hat nun Auswirkungen auf den Job des JSVP-CO-Präsidenten Adrian Spahr. Wie «Prime News» vermeldet, wird der Polizist in den Innendienst versetzt – dies obschon das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Der Co-Präsident der Jungen SVP Bern sei vom Frontdienst abgezogen worden und zurzeit nicht mehr einem Alarmpikett-Team zugeteilt, bestätigt das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) gegenüber dem Onlineportal. Die Entscheidung soll «das Wohl des Mitarbeitenden wie auch die Interessen der Kantonspolizei angemessen schützen.

Adrian Spahr zeigt gegenüber 20 Minuten Verständnis für die Massnahme: «Das stimmt so für mich. Es erfolgte im gegenseitigen Einverständnis.»

Weiterzug ans Obergericht

Am vergangenen Montag hatte das Regionalgericht Bern-Mittelland Spahr und seinen Co-Präsidenten Nils Fiechter wegen Rassendiskriminierung zu bedingten Geldstrafen von je 30 Tagessätzen verurteilt.

Der Fall wird schon bald das Berner Obergericht beschäftigen, wie Adrian Spahr sagt: «Wir akzeptieren das Urteil nicht und werden dieses auf jeden Fall weiterziehen.» Er sei zuversichtlich, dass die Richter am Obergericht den Fall anders beurteilen würden.

Karikatur gegen Transitplätze

Die beiden Jungpolitiker hatten auf Facebook im Frühling 2018 eine Karikatur veröffentlicht, die einen Fahrenden zeigt, der neben einem stinkenden Abfallberg seine Notdurft verrichtet. Versehen war das Bild mit der Aufschrift: «Wir sagen Nein zu Transitplätzen für ausländische Zigeuner.»

Die Juso Basel-Stadt forderte infolge des Urteils bereits die Kündigung Spahrs. «Verurteilte Rassisten dürfen nicht auf die Bevölkerung losgelassen werden», so die Jungpartei.

Das sagen die Parteien zur Verurteilung

Die JSVP-Politiker Adrian Spahr und Nils Fiechter wurden wegen Rassendiskriminierung vom Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilt. Grund dafür war ein umstrittenes Wahlplakat der Jungen SVP des Kantons Bern. Video: SDA

Das sagte Nils Fiechter zum Urteil des Regionalgerichts. (Video: SDA/Keystone)

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