Aktualisiert 05.07.2012 16:01

Miese Abzocke per SMSSpammer entern WhatsApp

Der Gratis-Dienst WhatsApp hat mit illegaler Werbung zu kämpfen. Lockvogel-Nachrichten versprechen den Usern ein Apple-Gadget – wer per Link seine Mobile-Nummer bestätigt, muss blechen.

von
dsc
Spammer versuchen neuerdings auch via WhatsApp, ahnungslose Nutzer aufs Kreuz zu legen.

Spammer versuchen neuerdings auch via WhatsApp, ahnungslose Nutzer aufs Kreuz zu legen.

Leser-Reporter Ramon Hauri wunderte sich, als sein Smartphone kürzlich eine neue WhatsApp-Nachricht anzeigte. Das Gratis-SMS kam nicht etwa von einem Kollegen, sondern von einer ihm unbekannten Nummer. Der Inhalt der in Englisch verfassten Nachricht klang nur auf den ersten Blick verlockend: Anlässlich des fünfjährigen Bestehens von WhatsApp habe er ein iPad gewonnen.

Um sich den Wettbewerbspreis zu sichern, solle er innert fünf Stunden seine Handy-Nummer bestätigen - ansonsten verfalle der Gewinn. Dazu wurde ein (verkürzter) Link angezeigt, den es nur noch anzutippen galt.

Wer darauf hereinfällt, wird zur Kasse gebeten

Natürlich handelt es sich um eine mehr oder weniger raffinierte Masche von Internet-Betrügern. Die Opfer sollen dazu verleitet werden, einen kostenpflichtigen SMS-Dienst zu abonnieren. Wer darauf hereinfällt, wird zweimal wöchentlich zur Kasse gebeten - mit jeweils 5 Franken pro SMS. Die Kündigung des Premium-Dienstes schlägt mit dem gleichen Betrag zu Buche.

Wie viele WhatsApp-Nutzer hierzulande die Spam-Nachricht erhalten haben, ist nicht bekannt. Bei Twitter gab es einige Rückmeldungen. Demnach locken die Betrüger auch mit anderen Apple-Gadgets, etwa dem iPhone 4s. Ein verärgerter Nutzer schreibt, er habe zum ersten Mal Spam erhalten.

WhatsApp will den Spam unterbinden

Das im kalifornischen Silicon Valley beheimatete Unternehmen kämpft laut eigenen Angaben gegen die illegalen Werbe-SMS. Seit vergangener Woche werde aggressiver gegen Spammer vorgegangen, heisst es in einer Stellungnahme, die in einem australischen Online-Forum publik gemacht wurde. Der (oben geschilderte) iPad-Spammer habe seine Nachrichten über einen automatischen Versand in den USA geschickt, heisst es. Inzwischen seien technische Massnahmen getroffen worden, um dies zu unterbinden.

In den App-Einstellungen kann man zwar unerwünschte Kontakte blockieren, so dass sie keine Nachrichten mehr senden können. Doch gegen Spammer nützt dies nichts, weil sie die Absender-Nummer fortlaufend ändern. WhatsApp prüft nun nach eigenen Angaben die technische Machbarkeit einer neuen Option: Dann könnten die Nutzer festlegen, dass nur noch Nachrichten von bekannten Kontakten übermittelt werden. Eine vergleichbare Privatsphären-Funktion ist beispielsweise bei Skype seit Jahren verfügbar.

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