Aktualisiert 27.08.2012 11:00

SchuldenkriseSpanien braucht «nur» 62 Milliarden Euro

Das Rettungsprogramm für die spanischen Banken wird laut Wirtschaftsminister Luis de Guindos nur zu 60 Prozent benötigt. Bereit stehen rund 100 Milliarden Euro.

Spanien wird nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Luis de Guindos lediglich etwa 60 Prozent des Banken-Rettungsprogramms in Höhe von bis zu 100 Mrd. Euro in Anspruch nehmen müssen.

Er gehe nicht davon aus, dass der endgültige Bedarf stark von einer ersten Schätzung abweichen werde, sagte De Guindos der Zeitung «International Herald Tribune» vom Montag. Zwei von der Regierung in Auftrag gegebene Studien hatten den Finanzbedarf des Bankensektors im Juni auf 62 Mrd. Euro beziffert. Madrid wartet nun noch auf Berichte der Banken.

Neben den Problemen im Bankensektor kämpft Spanien mit einer Rezession. Die Arbeitslosenrate liegt bei knapp 25 Prozent. Das spanische Statistikamt berichtigte am Montag zudem vorherige Angaben zum Wirtschaftswachstum des Landes. Demnach stieg das Bruttoinlandprodukt im vergangenen Jahr um lediglich 0,4 Prozent und nicht um 0,7 Prozent wie zunächst angegeben. 2010 schrumpfte die Wirtschaft demnach um 0,3 Prozent und nicht um 0,1 Prozent.

Um das Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen, hatte die Regierung in Madrid weitreichende Ausgabenkürzungen beschlossen. Angesichts der hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen glauben Analysten jedoch zunehmend, dass Spanien einen Antrag auf Staatshilfen stellen muss. De Guindos sagte, diese Frage sei «noch völlig offen». (sda)

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