Tschuttiheftli: «Spanien passt sehr gut zu meinem Sujet»

Aktualisiert

Tschuttiheftli«Spanien passt sehr gut zu meinem Sujet»

Das alternative Sammelalbum «Tschuttiheftli» erscheint für die Fussball-WM wieder. Die 32 Teams werden von Künstlern aus aller Welt dargestellt – darunter Peter Bräm aus Luzern.

von
Simon Wespi

Wir besuchten den Künstler in seinem Atelier in Luzern. (Video:sw)

Das «Tschuttiheftli» geht in die nächste Runde: Für die WM in Russland wird wieder das legendäre Sammelalbum produziert, bei dem Teams und Spieler künstlerisch mit Zeichnungen oder Grafiken abgebildet werden.

Jury ermittelte 32 Künstler aus 523 Maradonas

Künstler aus der ganzen Welt haben sich beworben. Für den Illustrationswettbewerb gingen bei den Luzerner Machern des «Tschuttiheftli» 523 Beiträge aus 60 Ländern ein – so viele wie noch nie. Für den Wettbewerb mussten die zahlreichen Künstler Diego Armando Maradona porträtieren. Eine Jury sichtete die 523 Einsendungen und bestimmte, welche Künstler den Zuschlag bekommen. «Die Jury war hochkarätig besetzt», sagt Silvan Glanzmann, Präsident des Tschuttihefli. Mit dabei waren unter anderem Ramona Bachmann, Fussball-Legende Alexi Lalas oder Pussy-Riot-Frontfrau Nadeschda Tolokonnikowa.

32 Nationen reisen im Sommer an die WM nach Russland. Jedem Team wurde ein Künstler zugeteilt. Zum Handkuss kommt auch der in Luzern wohnhafte Peter Bräm als einer von drei Luzerner Künstlern. Er hat die Ehre, das Team aus Spanien zu kreieren. «Ich hatte sehr Freude als ich die Zusage bekam, anderseits wäre es eine grosse Enttäuschung gewesen, hätte ich nicht mitmachen dürfen», sagt Bräm. Mit Spanien ist der Illustrator sehr zufrieden: «Das Land passt sehr gut zu meinem Sujet. Ich habe mich auf die Portraitmalerei des so gennanten Siglo de Oro, eine Hochblüte der Spanischen Kunst konzentriert.» Ihn fasziniert die Epoche der Renaissance und des Barock, und Maler wie Velazques oder Ribera lieferten Inspirationen.

«Es braucht einen Wiedererkennungswert»

Bräm nutzte die Technik des weissen Schabkartons, genannt White Scratchboard. Die Herausforderung dabei: «Es gilt, die Vorbilder in Öl zusammen mit den Fotos der Spieler in eine kontrastreiche Tuschezeichnung zu übersetzten. Auch braucht es einen Wiedererkennungswert», so der Zeichner. Wichtig ist ihm auch, dass die Persönlichkeit der Fussballer in die Zeichnung einfliesse. So platziert er Hinweise auf Herkunft, Familiennamen oder Ruf der Spieler in den Portraits.

Peter Bräm hat an der Kunsthochschule Luzern Illustration studiert. Heute arbeitet er als freischaffender Illustrator.

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Mit dieser Zeichnung von Maradona konnte Bräm die Jury überzeugen.

Mit dieser Zeichnung von Maradona konnte Bräm die Jury überzeugen.

sw
«Ich hatte sehr Freude, als ich die Zusage bekam, anderseits wäre es eine grosse Enttäuschung gewesen, hätte ich nicht mitmachen dürfen», sagt Bräm.

«Ich hatte sehr Freude, als ich die Zusage bekam, anderseits wäre es eine grosse Enttäuschung gewesen, hätte ich nicht mitmachen dürfen», sagt Bräm.

sw
«Es braucht einen Widererkennungswert», so der Künstler.

«Es braucht einen Widererkennungswert», so der Künstler.

sw

Sticker auch in Deutschland und Österreich

Bräm hat nun bis Ende Januar Zeit, die Portraits der spanischen Stars zu zeichnen. Gefordert sind elf Spieler, ein Trainer, das Wappen und ein Selbstportrait. Am 6. April findet eine Party im Neubad in Luzern statt. Mit dabei sind zahlreiche Künstler. «Wir feiern das neue Album und präsentieren es dem Publikum», sagt Silvan Glanzmann. An der Party im Neubad gibts Live-Konzerte und eine Überraschung sei ebenfalls geplant. Moderiert wird der Abend von einem Prominenten, dessen Namen noch nicht fest steht. «Bei der letzten Präsentation führte Beni Thurnheer durch den Abend», so Glanzmann.

Danach gelangen die Sticker in den Verkauf. Erhältlich sind sie an über 100 Verkaufsstellen in der ganzen Schweiz wie Kiosken oder Buchhandlungen. Auch in Deutschland und Österreich sind sie erhältlich. Zu haben sind die «Bildli» auch online auf www.tschuttiheft.li Das Album kostet vier Franken, ein Sticker-Päckli mit zehn Stück ist für 1.50 Franken erhältlich. Aktuell läuft noch ein Crowdfunding, der gesammelte Betrag kommt nach der WM vollumfänglich den Künstlern zugute.

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