Iberische Halbinsel: Spanien und Portugal waren seit tausend Jahren noch nie so trocken

Publiziert

Iberische HalbinselSpanien und Portugal waren seit tausend Jahren noch nie so trocken

Eine durch den Klimawandel ausgelöste Veränderung des Azoren-Hochdruckgebiets soll laut einer Studie zu schwerwiegenden Folgen für die Wein- und Olivenproduktion führen.

1 / 3
Die winterlichen Niederschläge sind wichtig für die Olivenproduktion. (Archivbild) 

Die winterlichen Niederschläge sind wichtig für die Olivenproduktion. (Archivbild) 

IMAGO/UIG
Doch auch die Weinproduktion wird laut der Studie unter der Klimaveränderung leiden. 

Doch auch die Weinproduktion wird laut der Studie unter der Klimaveränderung leiden. 

imago images/Michael Kneffel
Die Forscher reden sogar von «schwerwiegenden» Folgen. 

Die Forscher reden sogar von «schwerwiegenden» Folgen. 

IMAGO/UIG

Darum gehts

  • Weil aufgrund des Klimawandels die Winter im westlichen Mittelmeerraum trockener geworden sind, warnen Forscher vor Konsequenzen für die Wein- und Olivenproduktion.

  • Die Weinbaugebiete auf der Iberischen Halbinsel könnten deswegen bis 2050 um mindestens ein Viertel schrumpfen.

Teile von Spanien und Portugal sind so trocken wie seit mehr als tausend Jahren nicht mehr. Grund dafür ist eine durch den Klimawandel ausgelöste Veränderung des Azoren-Hochdruckgebiets, wie es in einer am Montag in der Fachzeitschrift «Nature Geoscience» veröffentlichten Studie heisst, die vor schwerwiegenden Folgen für die Wein- und Olivenproduktion warnt.

Das Azorenhoch, ein Hochdruckgebiet im Atlantik, hat grossen Einfluss auf das Wetter und langfristige Klimatrends in Westeuropa. Im Sommer schickt das Azorenhoch heisse, trockene Luft nach Portugal, Spanien und Frankreich. Im Winter sorgt es für Feuchtigkeit und Niederschläge. Die winterlichen Niederschläge sind laut den Autoren der Studie «lebenswichtig» für die ökologische und ökonomische Gesundheit der Iberischen Halbinsel.

Hochdrucksystem hat sich «dramatisch verändert»

Anhand von Klima-Modellierungen der vergangenen 1200 Jahre haben US-Forscher nun herausgefunden, dass sich das Hochdrucksystem im vergangenen Jahrhundert «dramatisch verändert hat» und «dass diese Veränderungen des nordatlantischen Klimas innerhalb des letzten Jahrtausends beispiellos sind».

Demnach begann das Hochdrucksystem vor etwa 200 Jahren, als die Treibhausgase zunahmen, sich auf eine grössere Fläche auszudehnen. Im 20. Jahrhundert dehnte es sich durch die globale Erwärmung noch stärker aus. Die Niederschlagsmengen hingegen gingen zurück – die Winter im westlichen Mittelmeerraum sind trockener geworden.

Frühere Studien hatten nicht zeigen können, ob der menschengemachte Klimawandel für die Veränderungen des Klimas im Nordatlantik verantwortlich ist – nun haben die Autoren nach eigenen Angaben den Zusammenhang festgestellt.

Niederschläge werden um weitere 20 Prozent sinken

Das Azorenhoch wird sich im 21. Jahrhundert durch den Klimawandel noch weiter ausbreiten. Bis Ende des Jahrhunderts werden die Niederschläge in der Region voraussichtlich um weitere zehn bis 20 Prozent sinken, was verheerende Folgen für die Landwirtschaft haben könnte. Die Weinbaugebiete auf der Iberischen Halbinsel könnten bis 2050 um mindestens ein Viertel schrumpfen. Die Olivenernte in Südspanien könnte früheren Studien zufolge bis 2100 um 30 Prozent zurückgehen. 

(AFP/sys)

Deine Meinung

19 Kommentare