Aktualisiert 28.09.2012 18:16

Schuldenkrise

Spanische Banken brauchen 59,3 Mia Euro

Gemäss Rechnungsprüfern brauchen die spanischen Banken knapp 60 Milliarden Euro, um die Folgen der Finanzkrise zu meistern. Die Resultate des Stresstestes lagen im Rahmen der Erwartungen.

Die Banken des klammen Euro-Landes Spanien bräuchten fast 60 Mrd. Euro frisches Kapital, um für neues Ungemach in der heimischen Wirtschaft gerüstet zu sein. Wie die Regierung in Madrid am Freitag mitteilte, ergab der Stresstest allein für die mittlerweile verstaatlichte Bankia eine Kapitallücke von 24,7 Mrd. Euro.

Insgesamt sind es demnach 59,3 Mrd. Euro. Die EU-Kommission begrüsste die Veröffentlichung des Finanzbedarfs als einen zentralen Schritt, um die Branche zur Ruhe zu bringen.

Die genaue Hilfssumme für den Sektor werde nun in den kommenden Monaten ermittelt. Die spanische Regierung erklärte, sie werde letztendlich um Hilfen in Höhe von etwa 40 Mrd. Euro bitten.

Nach den Ergebnissen des Tests braucht die Hälfte der 14 überprüften Institute zusätzliches Kapital. Die bereits verstaatlichten Geldhäuser allein benötigen demnach schon für sich allein 49 Mrd. Euro.

Mit den Ergebnissen kann die Madrider Regierung nun ermitteln, in welcher Höhe sie Hilfen der Euro-Partner in Anspruch nehmen müssen. Spanien hat sich bereits eine Kreditlinie für die Sanierung des Bankensektors in Höhe von 100 Mrd. Euro gesichert.

Zuletzt war allgemein erwartet worden, dass die Banken davon 50 bis 60 Mrd. Euro benötigen werden, da sie bereits 20 Mrd. Euro zur Stopfung der Finanzlöcher erhalten haben.

Wie erwartet

Wohl weil die Ergebnisse des Stresstests nach ersten Einschätzungen im Rahmen der Erwartungen lagen, reagierten die Finanzmärkte zunächst kaum. Dort rechnen die Akteure mehrheitlich damit, dass Spanien bald über den Rettungsschirm ESM zusätzlich ein komplettes Hilfspaket beantragen wird, um seine Finanzierungskosten zu senken.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich erleichtert, dass der Bedarf unter 60 Mrd. Euro bleibt. Die tatsächlich zu leistende Hilfe werde zudem geringer ausfallen, weil sich die Banken nach eigenen Plänen selbst um frisches Kapital kümmern werden. Diese künftigen Entwicklungen wurden in dem Stresstest nicht berücksichtigt, der von einem schlimmstmöglichen Szenario ausgeht.

Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, begrüsste den Abschluss des Stresstests. Weiter sagte sie, die staatlichen Hilfen für die Banken könnten durch das von den europäischen Partnern unterstützte Programm Spaniens zur Rekapitalisierung der Banken finanziert werden.

In dem Stresstest der Beratungsfirma Oliver Wyman wurde ermittelt, wie viel zusätzliches Kapital die angeschlagenen Institute des Landes benötigen, um einen Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung von 6,5 Prozent in der Zeit von 2012 bis 2014 zu überstehen.

(sda)

Liste der sieben beim Stresstest gescheiterten Banken

- Bankia-BFA: 24,7 Milliarden Euro

- Catalunyabank: 10,8 Milliarden Euro

- NovaGalicia Banco: 7,2 Milliarden Euro

- Banco de Valencia: 3,5 Milliarden Euro

- Popular: 3,2 Milliarden Euro

- BMN: 2,2 Milliarden Euro

- Ibercaja-Caja3-Liberbank: 2,1 Milliarden Euro

(dapd)

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