Aktualisiert 30.06.2009 17:13

PandemieSpanische Grippe begründete Viren-Dynastie

Der Erreger der katastrophalen Grippe-Pandemie des Jahres 1918 ist laut einer US-Studie noch heute in Umlauf.

Die so genannte Spanische Grippe habe eine regelrechte Viren-Dynastie begründet, die sich über mehr als neun Jahrzehnte fortgesetzt habe, heisst es in der am Dienstag im US-Fachmagazin «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie. Die Untersuchung des Virus und seiner Nachkommen dokumentiere, dass sich der Erreger «mit einer ganzen Palette an evolutionären Tricks» weiterentwickle und sich so gegen Medikamente immun mache.

«Das Vermächtnis dieser Pandemie lebt bis heute fort», sagte Koautor Anthony Fauci vom US-Forschungsinstitut NIAID zur im Fachmagazin «New England Journal of Medicine» publizierten Studie. «Die Grippe-Pandemie von 1918 und 1919 war ein epochales Ereignis in der öffentlichen Gesundheit.»

Eine einzige Pandemie-Ära

Alle Influenza-A-Viren, die derzeit den Menschen befallen können, seien Nachkommen des damaligen Erregers. «Man kann also sagen, dass wir in einer Pandemie-Ära leben, die 1918 begonnen hat», erklärte Mitautor Jeffrey Taubenberger. Der Erreger entwickle sich mit einer ganzen Palette von Tricks weiter und mache sich so gegen Medikamente immun.

Der Erreger der Spanische Grippe, an der Dutzende Millionen Menschen gestorben sind, war ein H1N1-Virus - ebenso wie die derzeit grassierende Schweinegrippe. Erst am Montag war in Dänemark der erste Fall eines Schweinegrippe-Patienten bekannt geworden, der resistent gegen das Grippemittel Tamiflu ist.

Immer weniger gefährlich

Die Autoren der US-Studie betonen allerdings, dass es bei der Entwicklung der Grippeviren Grund zu Optimismus gebe. Pandemien richteten immer weniger Schaden an. Bei der Asien-Grippe 1957 starben noch vier Millionen Menschen, am Hongkong-Erreger von 1968 zwei Millionen Menschen, am gegenwärtigen Schweinegrippe-Virus bislang 311 Menschen.

(sda)

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