Ab ins Gefängnis: Spanische Offiziere vertauschen Leichen
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Ab ins GefängnisSpanische Offiziere vertauschen Leichen

Knapp sechs Jahre nach dem Tod von 62 spanischen Soldaten bei einem Flugzeugabsturz sind drei Offiziere zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten bei der Identifizierung der Leichen gepfuscht.

Ein General muss für drei Jahre ins Gefängnis, entschied der Nationale Gerichtshof am Dienstag in Madrid. Ein Major und ein Hauptmann erhielten jeweils eineinhalb Jahre Haft. Die drei Militärärzte wurden schuldig gesprochen, nach dem Absturz in der Türkei 30 der Opfer nicht richtig identifiziert und den Angehörigen wissentlich falsche Leichen übergeben zu haben. Das Verteidigungsministerium muss die Hinterbliebenen entschädigen.

Das Flugzeugunglück hatte sich am 26. Mai 2003 an der türkischen Schwarzmeerküste ereignet, als sich die Soldaten an Bord einer in der Ukraine gecharterten Maschine auf dem Heimweg von einem Afghanistan-Einsatz befanden. Bei dem Absturz starben auch 13 Besatzungsmitglieder aus der Ukraine und Weissrussland.

Spätere DNA-Analysen ergaben, dass das Ärzteteam fast die Hälfte der spanischen Opfer praktisch nach dem Zufallsprinzip an die Angehörigen übergeben hatte. Das Gericht wertete dies als Urkundenfälschung. Die Toten mussten exhumiert, neu identifiziert und unter richtigem Namen wieder beigesetzt werden.

(sda)

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