Aktualisiert 15.02.2011 18:18

RadSpanischer Verband spricht Contador frei

Der dreifache Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ist von der Disziplinarkommission des spanischen Radsport-Verbandes vom Dopingvorwurf freigesprochen worden.

Nach dem Freispruch darf Contador ab sofort wieder starten, nachdem er seit dem vergangenen September suspendiert gewesen ist. Der Weltverband UCI und die Welt-Antidopingagentur WADA haben die Möglichkeit, den Freisprung innerhalb eines Monats beim Internationalen Sportgericht (CAS) in Lausanne anzufechten. Erhalten bleibt dem Spanier vorderhand die Gültigkeit seines Triumphes 2010 in der Tour de France. Zudem kann er mit der Aufhebung der Suspension damit rechnen, sein grosses Ziel in den Farben seines neuen Arbeitgebers Saxo Bank zu verwirklichen und in dieser Saison am Giro d'Italia, der Tour de France und an der Vuelta an den Start zu gehen. Contador unterbrach das Training nie und nahm auch an den Zusammenzügen seines neuen Teams stets teil.

Die aus drei Rechtsanwälten bestehende Disziplinarkommission machte offenbar einen Kniefall vor der Politik und dem hohen Ansehen des Volkshelden Contadors. Sogar der spanische Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero twitterte, es gebe keine juristischen Gründe, die eine Verurteilung rechtfertigen würden. Da zogen es die Juristen der Kommission vor, die Verantwortung an andere Instanzen abzuschieben. Contador, der am zweiten Ruhetag der letztjährigen Tour de France in Pau positiv auf Clenbuterol getestet worden war, beteuerte stets seine Unschuld. Der Spanier tischte eine abenteuerliche Geschichte auf, wonach der Verzehr von kontaminiertem Fleisch der Grund für den positiven Dopingbefund gewesen sei. Mit dieser Argumentation vermochte der Madrilene offenbar auch die Mitglieder der Disziplinarkommission zu überzeugen. In der Begründung bezieht sich die Kommission auf den Artikel 296 der Antidopingregeln der UCI. Demnach kann ein Sportler freigesprochen werden, sofern er nachweist, dass er bei der Einnahme einer als Dopingmittel gewerteten Substanz weder schuldhaft noch fahrlässig gehandelt hat. Von diesem Passus zog der Tischtennisspieler Dimitri Owtscharow (De) Nutzen, der bei einem Turnier in China verseuchtes Fleisch gegessen hatte und dazu im Gegensatz zu Contador mittels Haarproben auch entlastende Beweise vorlegen konnte. Bei Contador hält sich der Verdacht, der Nachweis der geringfügigen Konzentration von 50 Piktogramm Clenbuterol, sei auf eine Eigenbluttransfusion zurückzuführen.

Schon vor fünf Jahren hatte eine schützende Hand dazu geführt, dass Contadors Name beinahe unbefleckt blieb. In den Unterlagen des Dopingarztes Eufemiano Fuentes tauchten Akten mit den Initialen «A.C.» auf. In der wenige Wochen später veröffentlichten Liste der Kunden Fuentes war dann kein Hinweis auf «A.C.» mehr zu finden. Im weiteren ist daran zu erinnern, dass Contador seine Profikarriere in der Sportgruppe von Manolo Saiz begann, der im Mittelpunkt des Dopingskandals um Dr. Fuentes stand.

In den vergangenen Tagen hatte Contador seine Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Zuerst hielt der Spanier an Pressekonferenzen auf Mallorca seine Beteuerungen auf Unschuld aufrecht. Dann liess er sich sogar im spanischen Fernsehen zu seinem Fall interviewen. Schon am Montagabend hiess es auf den Fernsehkanälen, Contador stehe vor dem wichtigsten Etappensieg seiner Karriere. (si)

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