Aufnahmen ins Netz gestellt: Spanner filmt Hinterteile von Aargauerinnen
Aktualisiert

Aufnahmen ins Netz gestelltSpanner filmt Hinterteile von Aargauerinnen

In Wohlen ist derzeit ein Spanner unterwegs, der junge Frauen filmt und die Videos anschliessend ins Netz stellt. Weil die Polizei nichts tut, wollen ihn die Jungen selbst stellen.

von
Vroni Fehlmann
Der Spanner stellt die Videos, die er in Wohlen gedreht hat, ins Internet.

Der Spanner stellt die Videos, die er in Wohlen gedreht hat, ins Internet.

Am Bahnhof, im Bus, in der Badi - ein Spanner lässt derzeit keine Gelegenheit aus, im Raum Wohlen AG junge Frauen heimlich zu filmen und stellt die Videos anschliessend auf einer einschlägige Website ins Netz. Meist richtet er die Kamera dabei auf die Hintern der Frauen, teilweise auch auf die Brüste.

Dazu schreibt er anzügliche Kommentare wie «Sexy ass, babe» oder «Young babe in very short hot pants». Obwohl die Gesichter der Opfer nicht zu sehen sind, ist die Wohler Jugend in Alarmbereitschaft. Auf Facebook machen sie sich bereits gegenseitig auf den Spanner aufmerksam und versuchen Hinweise zu finden, die den Mann entlarven.

«Ich war geschockt, als ich die Videos sah», sagt Leser-Reporter Martin, der in Wohlen lebt. «Ich kenne ziemlich viele von denen, die auf den Videos sind.» Meist handle es sich um junge Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Warum der Spanner die Jugendlichen filmt, kann der junge Wohler nicht verstehen: «Das ist krank.»

Klage ist möglich

Bei der Polizei wurde laut Martin bereits Anzeige erstattet. Man könne aber nichts machen, habe es geheissen. Kapo-Sprecherin Barbara Breitschmid erklärt, warum: Man habe zuerst abklären müssen, ob ein Delikt vorliegt. Im öffentlichen Raum zu filmen, sei nicht per se verboten. Die Betroffenen seien zudem angezogen. «Bisher haben sich rund 10 Betroffene bei der Kantonspolizei gemeldet. Wir ermitteln derzeit wegen Ehrverletzung», so Breitschmid. Betroffene könnten sich bei der Polizei melden und Anzeige erstatten.

Laut Silvia Böhlen Chiofalo, Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten ist man im öffentlichen Raum nicht vor einer Strafe geschützt. «Fotos und Videos dürfen in der Regel nur dann veröffentlicht werden, wenn die darauf abgebildeten Personen ihr Einverständnis gegeben haben.»

Auf einigen Aufnahmen des Spanners sind die Gesichter zwar nicht klar zu erkennen, das reiche allerdings nicht aus. «Im vorliegenden Fall bestehen zivilrechtliche oder vielleicht sogar strafrechtliche Klagemöglichkeiten.»

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