Trendwende: Spannteppiche wieder auf dem Vormarsch

Aktualisiert

TrendwendeSpannteppiche wieder auf dem Vormarsch

Spannteppiche hatten in den letzten Jahren bei Trendsettern nichts verloren. Nach einem massiven Einbruch steigen die Verkaufszahlen nun aber wieder.

von
Elisabeth Rizzi
Nach einem Verkaufseinbruch in den Neunzigerjahren sind in den Bürogebäuden wieder vermehrt Spannteppiche zu finden.

Nach einem Verkaufseinbruch in den Neunzigerjahren sind in den Bürogebäuden wieder vermehrt Spannteppiche zu finden.

Lange galten Spannteppiche als uncool. Parkett und Steinböden verdrängten die Flauschböden. Nun ist dieser Bodenbelag aber wieder auf dem Vormarsch. Nach einem Verkaufseinbruch in den Neunzigerjahren von 18 Mio. Quadratmetern auf die Hälfte macht der Spannteppichmarkt in der Schweiz langsam, aber stetig Terrain gut. «In den letzten Jahren ist das Verkaufsvolumen wieder auf rund 11 Mio. Quadratmeter angewachsen», schätzt Claudio Galliard von Desso Schweiz. Davon stammen zwischen 12 und 15 Prozent der Produkte von Schweizer Herstellern.

Teppichböden machen laut Franz Knobel vom TeppichForumSchweiz 32 Prozent der Bodenbeläge aus. «Momentan sind Teppiche im Büro sehr stark im Aufschwung», beobachtet José Marquez vom Teppichhandel Essers. «Auch in Bereichen wie Schlafzimmer und Kinderzimmer gewinnt der Wand-zu-Wand-Teppichbereich wieder an Bedeutung», sagt Peter Ruckstuhl vom Langenthaler Teppichhersteller Ruckstuhl. Der Schweizer Marktführer ­Tisca Tiara profitiert sogar wieder von steigenden Exporten. Mittlerweile verkauft das Unternehmen schon jeden zweiten Teppich im Ausland. Galliard sieht verschiedene Gründe für das Revival der Spannteppiche: «Der Zusammenhang zwischen Allergie und Teppichen ist wiederlegt. Zudem wurden die Aspekte Rutschsicherheit und Schalldämmung wiederentdeckt.»

Spannteppiche an der WM

Spannteppiche werden nicht nur in Häusern verlegt, sondern auch auf Fussballplätzen. So hat ewa der holländische Teppichkonzern Desso – er übernahm neulich Teile des Schweizer Traditionsherstellers Enia – für die WM in Südafrika zwei Fussballplätze mit je 8000 Qua­d­ratmetern Kunstrasen ausgestattet. Desso verkauft nebst Spannteppichen für Innenräume auch 2,5 Millionen Quadratmeter Kunstrasen-Beläge pro Jahr.

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