Spannungen in Simbabwe
Aktualisiert

Spannungen in Simbabwe

In Simbabwe sind angesichts der Verzögerungen bei der Stimmenauszählung nach der Präsidentschaftswahl die Spannungen gewachsen.

Ein Zusammenschluss von 38 regierungsunabhängigen Organisationen (NGOs) warnte am Sonntag davor, dass weitere Verzögerungen die Lage anheizen und zu Spekulationen über mögliche Wahlfälschungen betragen könnten.

«Während der vergangenen Wahlen seien die ersten Ergebnisse ab 21.00 Uhr (nach Schliessung der Wahllokale) eingetroffen», sagte ein Vertreter des Election Support Network, einer zur Wahlbeobachtung zugelassenen heimischen NGO.

Nach der Wahl vom Samstag, die um 19. 00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) endete, wurden von der nationalen Wahlkommission bislang nicht einmal Teilergebnisse genannt. Der NGO-Sprecher mahnte, dass die Bekanntgabe «zeitnah, transparent und in verantwortungsvoller Weise» möglichen Spannungen vorbeugen könne.

Innerhalb der Beobachtergruppe des regionalen Staatenverbundes SADC ist unterdessen ein Streit über die Beurteilung des Urnengangs ausgebrochen. Beobachter von Südafrikas oppositioneller Demokratischer Allianz (DA) lehnten die Billigung eines vorläufigen SADC-Berichts ab.

Darin hatte die Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) erklärt, «dass die Wahlen trotz einer Anzahl von Bedenken ein friedlicher und glaubwürdiger Ausdruck des Willens der Simbabwer war».

Die DA, die selbst Vertreter in der SADC-Gruppe hat, widersprach dem Bericht. Er prangere Mängel bei der Durchführung der Wahlen nicht an und ignoriere «das fundamentale undemokratische Umfeld, das in den vergangenen acht Jahren in Simbabwe geschaffen wurde.»

Die DA-Abgeordnete Dianne Kohler-Barnard nannte die Schlussfolgerung der SADC in ihrem Interims-Bericht absolut unglaubwürdig. (sda)

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