Aktualisiert 11.08.2009 23:47

Deflation sei DankSparen lohnt sich – wie schon lange nicht mehr

Die Ferien sind vorbei, jetzt ist wieder Sparen angesagt. Obwohl die Sparkontozinsen zurzeit tief sind, kann man damit Geld verdienen. Deflation sei Dank.

von
Dajan Roman

Wer das Vertrauen in die Börse verloren hat, auf Nummer sicher gehen und trotzdem flüssig bleiben will, ist mit einem Sparkonto gut bedient. Obwohl der Durchschnittszinssatz der Schweizer Sparkonti laut VZ Vermögenszentrum nur rund 0,4 Prozent beträgt, lohnt sich das Sparkonto wie kaum jemals zuvor.

Eine wichtige Rolle dabei spielt die negative Inflation – die Deflation: Die Jahresteuerung betrug Ende Juli minus 1,2 Prozent. Das Leben ist also billiger geworden. Marc Weber, Anlageexperte beim VZ Vermögenszentrum, erklärt: «Wenn wir die Teuerung und die Sparzinsen seit 2002 miteinander vergleichen, blieb real gesehen, also unter dem Strich, für den Sparer noch nie so viel übrig wie heute.» Denn der historische Normalfall sei ein anderer. «Meist frisst die Teuerung die Sparzinsen auf, so dass man Ende Jahr real weniger auf dem Konto hat als noch zu Jahresbeginn», so Weber.

Diese «Ausnahmesituation» wird laut dem VZ-Experten aber nicht lange andauern: «Schon in ein bis zwei Jahren wird die Inflation wieder spürbar anziehen.» Zudem würden die Banken dann höhere Zinsen nur verzögert an die Kunden weitergeben.

Sparern mit einem län­geren Anlagehorizont empfiehlt Weber Alternativen zum Sparkonto: «Kassa-Obligationen sind beispiels­weise genauso sicher.» Zwar sei das Geld dann für einige Zeit gebunden, dafür sei aber auch der Zins merklich höher.

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