Mars-Expedition: Spargelstechen auf dem Mars?

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Mars-ExpeditionSpargelstechen auf dem Mars?

Die Oberfläche des Mars ist laut einer ersten Untersuchung für die Existenz von Leben geeignet. «Der Boden auf dem Mars ähnelt einem normalen Gartenboden», sagte der Chemiker Samuel Kounaves von der Universität Arizona und erzählte von weiteren spektakulären Ergebnissen.

«Man könnte dort sehr gut Spargel anbauen.» Der Wissenschaftler, der die Arbeit des Analyseofens der US-Marssonde «Phoenix» für die NASA kontrolliert, sprach von spektakulären Ergebnissen.

In den Proben seien Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium oder Natrium enthalten. Sein Team sei überrascht über den relativ hohen Säuregehalt mit einem Ph-Wert von 8 bis 9, fügte der Forscher hinzu.

Die Analyse habe ferner neue Hinweise geliefert, dass ein Teil der Oberfläche des Roten Planeten einst von Wasser bedeckt gewesen sei. Insgesamt seien die Ergebnisse der Bodenanalyse ähnlich denjenigen bei Untersuchungen von Wüstenböden auf der Erde. Für Leben schädliche Giftstoffe seien nicht gefunden worden, sagte Kounaves.

Eine kleine Baggerschaufel am Ende des Roboterarms der Sonde entnahm die Bodenprobe und reichte sie an einen der acht kleinen Analyseöfen weiter. Dort wurde das Material allmählich auf 1000 Grad Celsius erhitzt.

Bei niedrigen Temperaturen seien dabei kleine Mengen von CO2 freigesetzt worden, sagte Kounaves' Kollege William Boynton. Bei der weiteren Erhitzung seien kleine Mengen von Wasserdampf aufgetreten.

Schon jetzt steht damit laut Boynton fest, dass der Boden mit Wasser in Berührung gekommen sein muss. Es sei aber nicht klar, ob das vor Ort passiert sei, oder ob es woanders geschah und der Staub dann zur Landestelle von «Phoenix» geweht worden sei.

Vor einer Woche hatten sich Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde NASA aufgrund der von «Phoenix» an die Erde übermittelten Bilder von der Existenz von Eis auf dem Mars überzeugt gezeigt.

Eisproben sollen in den kommenden Wochen analysiert werden. Wo Wasser ist, könnten zumindest einfache Organismen leben oder gelebt haben. Wenn ein Nachweis über die Existenz von organischen Stoffen gelänge, wären die Forscher mit ihrem Projekt am Ziel.

Die Marssonde «Phoenix» war am 25. Mai am Nordpol des Roten Planeten gelandet. Anfang Juni hatte sie erste Bodenproben genommen und in ihrem eigenen kleinen Analyseofen untersucht.

Die rund 350 Kilogramm schwere Sonde ist mit Instrumenten ausgestattet, die drei Monate lang die Zusammensetzung der Mars-Oberfläche analysieren sollen.

So verfügt «Phoenix» über einen 2,35 Meter langen Roboterarm, der einen Bohrer etwa einen Meter tief in den Boden treiben kann, bis er die verborgene Eisschicht erreicht. Alle Instrumente müssen sich bei Temperaturen von minus 73 bis minus 33 Grad beweisen. Solarzellen sorgen für die Energieversorgung.

(sda)

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