Bis 1000 Fr. Differenz: Sparpotenzial bei Kreditkarten ist enorm
Aktualisiert

Bis 1000 Fr. DifferenzSparpotenzial bei Kreditkarten ist enorm

Über 1000 Franken beträgt die Differenz zwischen der teuersten und der günstigsten Schweizer Kreditkarte. Das zeigt ein neuer Vergleich. Am günstigsten fährt, wer verschiedene Karten nutzt.

von
Sabina Sturzenegger

Fast jeder hat inzwischen Plastikgeld im Portemonnaie: Kreditkarten erfreuen sich in der Schweiz wachsender Beliebtheit. Bei den vielen Anbietern verliert aber auch mancher die Übersicht. Insbesondere bei den Gebühren kann dies ganz schön ins Geld gehen.

Das zeigt ein neuer Schweizer Vergleich. Dabei können die Differenzen zwischen der günstigsten und der teuersten Karte über 1000 Franken pro Jahr betragen, wie der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch herausgefunden hat.

«Gratiskarten» oft nicht gratis

Der Grund sind oft «versteckte» Gebühren. Sie werden – im Gegensatz zu den deklarierten Jahresgebühren – meist nicht transparent ausgewiesen und betragen dennoch ein Vielfaches davon.

Vorsicht ist bei Gratiskarten geboten: «So genannte ‹Gratiskarten› ohne Jahresgebühren sind je nach Nutzerprofil nicht immer die günstigste Lösung», sagt Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz.

Hohe Gebühren bei Auslandzahlungen

Auch beim Zahlen im Ausland – da, wo die Kreditkarte besonders oft zum Einsatz kommt – lauern hohe Gebühren. Bezahlungen in Fremdwährungen können mit einem Zuschlag zwischen 0,9 und 2,5 Prozent des Betrags belegt werden. Bei Bargeldbezügen können die Gebühren pro Bezug bis zu 4 Prozent betragen.

Hinzu können noch externe Bankgebühren und Währungsumrechnungskosten kommen. «Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten für Auslandsaufenthalte entsprechend kostengünstige Kreditkarten gewählt werden, und auf Bargeldbezüge sollte man ganz verzichten», rät Manz.

«Günstige» Kreditkarte gibt es nicht

Von den grossen Unterschieden beim Schweizer Plastikgeld war selbst der Moneyland-Geschäftsführer überrascht: «Das Sparpotenzial bei Kreditkarten ist grösser als erwartet.» Je nach Nutzungsprofil eigne sich daher ein anderes Produkt.

«Die günstigste Kreditkarte für alles gibt es nicht», erklärt Manz. Hingegen könne es vorteilhaft sein, mehrere Kreditkarten zu besitzen – zum Beispiel eine fürs Inland und eine fürs Ausland (siehe Bildstrecke).

Grosses Sparpotenzial

So können zum Beispiel Gelegenheitsnutzer mit der richtigen Karte bis zu 1700 Franken pro Jahr einsparen. Ohne Berücksichtigung von Platinum-Karten sind es immer noch 600 Franken. Noch grösser ist das Sparpotenzial für Kreditkarten-Vielnutzer: Der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Karte beträgt über 2000 Franken.

Allerdings müsse man bei teureren Kreditkarten neben dem Kosten- auch einen Leistungsvergleich anstellen, sagt Manz: «Teure Karten sind dafür oft mit Zusatzleistungen wie Versicherungen, Zusatzkarten oder VIP-Services ausgestattet.»

So funktioniert der Kreditkarten-Vergleich

Für die Untersuchung von Moneyland wurden die vollständigen Kosten von 192 Kreditkarten für Privatpersonen für die ersten zwei Jahre berechnet (da die Gebühren für das erste Jahr und Folgejahre häufig variieren). Bonusprogramme wurden nur dann berücksichtigt, wenn diese einen direkten Geldwert aufweisen. So wurden Jahresgebühren-Reduktionen je nach Umsatz oder umsatzabhängige Cashback-Zahlungen, allerdings keine Flugmeilen oder Einkaufsgutschriften berücksichtigt.

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