Aktualisiert 19.04.2013 12:03

EnergiesparlampenSparsam – aber giftig

Sparlampen enthalten schädliches Quecksilber. Wie viel genau, sollen neue Messungen zeigen.

von
Claudia Hoffmann
Eine Mitarbeiterin des Osram-Werkes in Augsburg kontrolliert die Funktionstüchtigkeit von Energiesparlampen.

Eine Mitarbeiterin des Osram-Werkes in Augsburg kontrolliert die Funktionstüchtigkeit von Energiesparlampen.

Energiesparlampen verbrauchen viel weniger Strom als die inzwischen verbotenen Glühbirnen. Deshalb gelten sie als umweltfreundlich. Doch auch die neuen Lampen stellen ein Problem für die Umwelt dar. Denn in ihnen steckt gesundheitsschädliches Quecksilber.

Zwar existieren gesetzliche Vorschriften darüber, wie viel davon eine Lampe maximal enthalten darf. Doch ob diese Grenzwerte eingehalten werden, liess sich bisher nicht genau überprüfen. Denn eine geeignete Messmethode fehlte.

Neue Mess-Methode

Deshalb haben Forscher der Empa eine neue Methode entwickelt, um die Menge an Quecksilber in Energiesparlampen zweifelsfrei zu bestimmen. «Das Verfahren ist viel aussagekräftiger als herkömmliche Methoden», sagt der Empa-Chemiker Renato Figi. Denn während man bislang nur die festen und flüssigen Anteile des Quecksilbers messen konnten, lässt sich mit dem neuen Verfahren auch das gasförmige Quecksilber bestimmen. «Dieses ist am gesundheitsschädlichsten, weil es leicht eingeatmet werden kann», sagt Figi. Etwa dann, wenn eine Lampe zerbricht (siehe Box).

Die Forscher messen nun insgesamt 140 Lampen unterschiedlicher Hersteller, um den Quecksilbergehalt zu überprüfen. Die Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

«Wissen»

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Richtiger Umgang mit Sparlampen

Zerbricht eine Energiesparlampe, können kleine Mengen an Quecksilber austreten. Laut Bundesamt für Gesundheit besteht jedoch keine Gefahr, sofern man sich richtig verhält:

1. Fenster öffnen, um den Raum zu lüften,

2. Gummihandschuhe anziehen,

3. Splitter mit einem Karton oder Klebeband aufnehmen; nicht staubsaugen,

4. alles in ein luftdicht verschliessbares Behältnis (z. B. Konservenglas) geben,

5. dieses bei einer Sammelstelle oder Verkaufsstelle für elektronische Geräte abgeben.

Weitere Infos unter:

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