Der Geo Metro war sparsam im Verbrauch – und in der Ausstattung
Das Metro Cabrio war die Antwort der Chevrolet-Tochter Geo auf die steigende Anfrage nach kleinen, günstigen Autos in den USA.

Das Metro Cabrio war die Antwort der Chevrolet-Tochter Geo auf die steigende Anfrage nach kleinen, günstigen Autos in den USA.

Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
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Geo MetroSparsam im Verbrauch – und in der Ausstattung

Kleiner war kaum ein amerikanisches Cabriolet, günstiger auch nicht. Aber war der Geo Metro überhaupt ein amerikanisches Auto? Nein, denn die Basis lieferte der japanische Hersteller Suzuki. Heute ist der Winzling fast schon Kult.

von
Simon Kwasny

Anfang der 90er waren amerikanische Autos nicht gerade für gute Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit bekannt. Bereits damals galten diese Kriterien eher als Verkaufsargumente für japanische Automobile. Mit der damals steigenden Nachfrage in den USA nach kleineren, günstigeren Autos setzte sich Chevrolet das Ziel, mit der Marke Geo eine «amerikanische» Option anzubieten.

Mit japanischer Unterstützung

Geo war eine Tochtermarke von Chevrolet, welche 1989 gegründet wurde. Sie war vor allem eine Marketing-Übung und hatte das Ziel, alle von Chevrolet in die USA importierten Modelle – namentlich Suzuki Tracker und Metro (Swift), Isuzu Spectrum und Toyota Prizm – unter einer Marke zu vereinen. Geboren war Geo! Das Symbol der Marke war ein stilisierter und verflachter Globus. Dies sollte zeigen, dass die Autos von Geo «Weltautos» waren. In der Mitte war noch ein kleines Chevrolet-Logo zu sehen, damit wurde die Verbindung zum amerikanischen Hersteller dokumentiert.

Die meisten Modelle von Geo wurden in gemeinsamen Fertigungsstätten von GM und der jeweiligen japanischen Marke in den USA zusammengebaut. Eine der wenigen Ausnahmen ist der porträtierte Metro Convertible. Der kleine Bonsai-Flitzer verliess zunächst die Suzuki-Werke in Japan in geschlossener Form. Dann begann seine Reise in die USA. Einmal dort angekommen war der nächste Stopp die American Sunroof Company, ein Spezialist, welcher sich seit 1965 mit der Entwicklung und Herstellung von Verdecken für PKW beschäftigt. Dort wurde der Wagen dann von seinem Blechdach befreit und erhielt ein manuell zu öffnendes Cabriolet-Stoffdach.

Ein Überlebender – Geo Metro Convertible von 1991 in knalligem Blau.

Ein Überlebender – Geo Metro Convertible von 1991 in knalligem Blau.

Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Mit komplett versenkbarem Verdeck.

Mit komplett versenkbarem Verdeck.

Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Überaus kompaktes Cabriolet, vergleichbar mit dem Talbot Samba, der einst auf unseren Strassen fuhr.

Überaus kompaktes Cabriolet, vergleichbar mit dem Talbot Samba, der einst auf unseren Strassen fuhr.

Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com

Kompakte Einfachheit

Der Metro war charmant spartanisch und schnuckelig kompakt. Mit 3,71 Metern Länge, 1,59 Metern Breite und 1,32 Metern Höhe war er schmäler und flacher, aber kaum länger als der heutige VW-Mini Up!. Die Vorderräder wurden von einem wassergekühlten 993 cm3 grossen Dreizylinder-Reihenmotor angetrieben, welcher vorne quer eingebaut war. Die Leistung lag bei (ehrlichen) 55 PS bei 5750 U/min. Das reichte, um in rund 16 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und eine Spitze von 148 km/h zu erreichen. Genug für die amerikanischen Highways und versüsst mit einem niedrigen Durchschnittsverbrauch von rund sieben Liter Benzin pro 100 km.

Sparsam war er aber nicht nur im Verbrauch, sondern auch in Sachen Ausstattung. Die Sitze waren so flach, man hätte meinen können, dass Seitenhalt ein Fremdwort bei Suzuki war. Immerhin wurden ein Fünfganggetriebe, ein Drehzahlmesser und ein Vier-Lautsprecher-Radio verbaut. Gegen Aufpreis war auch noch eine Klimaanlage erhältlich.

Für Poser wäre der Geo Metro nichts gewesen, obwohl der Dreizylinder durchaus mit kernigen Tönen aufwarten konnte. Dafür war er günstig, der Preis in den USA war vierstellig. Im Jahr 1995 wurde der Geo Metro optisch und technisch aufgefrischt und an die erneuerte Modellpalette von Suzuki angepasst. Eine Cabriolet-Variante wurde auf Basis der erneuerten Version nicht mehr angeboten.

Kultauto?

Cabriolets werden normalerweise besser gepflegt und geschont, entsprechend hatten die offenen Metros bessere Überlebenschancen als die geschlossenen Suzuki-Swift-Derivate von Geo. Die überlebenden offenen Geo Metro erfreuen sich heute einer eigenen Fangemeinde und finden auch immer wieder ihren Weg auf Klassikerversteigerungen. Hierzulande dürfe es nur noch ganz wenige Exemplare geben, da sie offiziell nie importiert wurden.

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