Aktualisiert 23.06.2011 12:03

U21 im HochSpassfussball – das Schweizer Erfolgsrezept

Solidarität, Teamgeist, Tor-Hunger, Winner-Mentalität – das brachte die Schweizer U21-Nati ins EM-Finale. Lässt sich mit der Euphorie auch noch der letzte Kontrahent ausschalten?

von
Eva Tedesco
Herning

«Ohne Angst – Vollgas!»: Die Euphorie bei Spielern und Trainer ist gross.

Im Mai 2002 wurde die Schweizer U17-Mannschaft in Dänemark Europameister. Im November 2009 schaffte es eine U17-Auswahl gar zum Weltmeister. Und am Samstag eröffnet sich erstmals auch für eine U21-Nati die Chance, Europameister zu werden. Das wäre vorerst der grösste und wohl wichtigste Titel, den eine Schweizer Auswahl bislang gewonnen hätte. «Erfolg macht Hunger auf mehr», sagt Naticoach Pierluigi Tami, der Baumeister der Erfolgstruppe in Dänemark. Der Tessiner: «Du siegst und lernst, wie man gewinnt. Daraus wächst der Wille, noch öfter als Sieger dazustehen. Das nennt sich Winner-Mentalität.»

Und diese Winner-Mentalität legt die U21 seit dem Start der EM in Dänemark an den Tag – und lebt sie jede Minute. Auf und neben dem Platz. Sie zeigt auch, was es bedeutet, ein Team zu sein. So bildet sich Admir Mehmedi nichts auf sein Siegtor gegen die Tschechen ein. Der FCZ-Stürmer: «Stolz auf das Tor zu sein ist nicht wichtig. Was zählt ist der Sieg für die Mannschaft. Was nützt es, wenn ich ein Tor schiesse und wir dennoch verlieren?» Ersatzmann Amir Abrashi verzog sich zu Spielbeginn zwar grummelnd auf die Ersatzbank, dann aber fieberte er genauso mit wie die anderen. «Klar ist man im ersten Moment etwas sauer, aber das ist mein Job und nur die Mannschaft zählt», sagt der GC-Mittelfeldspieler in Herning gutgelaunt.

Positives Denken

Nun gilt es, diese Mentalität auch im letzten Spiel am Samstag gegen Spanien beizubehalten. Für Naticoach Pierlugi Tami ist klar: «Für den Schweizer Fussball ist der Erfolg super. Im Final stehen sich die zwei besten Teams des Turniers gegenüber.» Kurz nach dem Sieg im Halbfinal in Herning fehlten dem Tessiner die Worte, um seine Gefühle zu beschreiben. Aber Tami ist überzeugt, dass die Qualifikation für das Endspiel absolut verdient ist. «Wir haben konzentriert auf unsere Ziele hin gearbeitet. Wir haben uns das Olympia-Ticket geholt und wir stehen im EM-Final. Jetzt ist alles möglich.»

Gute Erinnerungen an Spanien

Illusionen macht sich Tami keine: «Die Spanier sind die Favoriten auf den Titel, sie haben die Stars im Team und gelten als grosse Mannschaft», so der U21-Erfolgstrainer, «aber wir werden versuchen, unserer Philosophie treu zu bleiben und auch gegen eine grosse Mannschaft zu gewinnen.» Wie man gegen die Tiki-Taki-Kurzpass-Fussballer gewinnen kann, hat die A-Nati an der WM in Südafrika im vergangenen Sommer schon mal vorgemacht - was nicht heissen soll, dass sich auch die «kleine Nati» gegen Spanien zum Sieg mauern soll. Aber wie es Tami sagt: «Wir denken immer positiv und spielen immer auf Sieg.»

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