Spatenstich für Zürcher Mega-Bahnprojekt
Aktualisiert

Spatenstich für Zürcher Mega-Bahnprojekt

Grosser Bahnhof am Zürcher Hauptbahnhof: Nach neunjähriger Planung hat der offizielle Spatenstich für die neue Durchmesserlinie Altstetten - Zürich HB - Oerlikon stattgefunden.

Ausbau des S-Bahn-Angebots ab 2013, Verbesserungen für den Fernverkehr ab 2015: Mit einem symbolische Spatenstich sind am Donnerstag die Bauarbeiten für die Durchmesserlinie Altstetten - Zürich HB - Oerlikon aufgenommen worden. Die Durchmesserlinie (DML) ist ein zentrales Projekt der Zukünftigen Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB). Diese umfasst zahlreiche grössere und kleinere Projekte in der ganzen Schweiz, welche den Bahnverkehr gezielt verbessern sollen.

Insgesamt wird die DML 9,6 Kilometer lang. Ab 2015 führt sie vom Bahnhof Altstetten via Hauptbahnhof Zürich nach Oerlikon. Herzstück ist der Durchgangsbahnhof Löwenstrasse, der unter einem Teil des Hauptbahnhofs entsteht. Nach neunjähriger Planungszeit wurde Anfang Monat mit den ersten Arbeiten begonnen.

Im Endausbau führen die Gleise aus Westen über zwei neue Brücken in den Bahnhof Löwenstrasse. Von hier aus geht es durch den neuen, rund fünf Kilometer langen doppelspurigen Weinbergtunnel in einem weiten Bogen unter Limmat und Zürichberg hindurch nach Oerlikon, wo der Bahnhof ausgebaut wird.

Geht alles nach Plan, werden Bahnhof und Tunnel Ende 2013 in Betrieb genommen. Die Eröffnung der Verbindung zwischen Altstetten und Bahnhof Löwenstrasse ist auf 2015 vorgesehen. Im Zusammenhang mit dem Bahnhof Löwenstrasse werden auch die bestehenden Ladenpassagen erweitert.

Ambitiöses Projekt

Die DML sei ein «sehr ambitiöses Projekt», sagte SBB-CEO Andreas Meyer anlässlich des feierlichen Spatenstichs in der HB-Haupthalle. Die Erstellung von Brücken, Bahnhof und Tunnel erfolge bei vollem Betrieb des Hauptbahnhofs, wo Tag für Tag 2000 Züge ein- und ausfahren und 300 000 Personen ankommen und abreisen.

Die DML ist laut Meyer sowohl für den Regional- als auch für den Fernverkehr von grosser Bedeutung. Beispielsweise könne dank ihr die Reisezeit zwischen St. Gallen und Genf um 30 Minuten verkürzt werden. Mit der Inbetriebnahme der DML erwartet die SBB eine Zunahme der Anzahl Reisenden im ganzen HB auf 500 000.

Rund 1,8 Millionen Franken kostet das Grossprojekt. 60 Prozent davon tragen Bund und SBB, 40 Prozent der Kanton Zürich. Dessen Bevölkerung steht fast geschlossen hinter dem Vorhaben: 2001 hiess sie mit einer 82-Prozent-Mehrheit den Staatsbeitrag von 580 Millionen Franken gut.

Tiefbahnhof-Pläne schon 1896

Die nun in Angriff genommene DML ist laut Meyer nicht das erste Projekt für einen Durchgangsbahnhof in Zürich. Bereits 1896 gab es erste Pläne für einen Tiefbahnhof in Aussersihl, durch den man von Bern direkt an beiden Seeufern entlang nach Osten hätte weiterfahren können.

1899 wurde ein «Kreuzbahnhof» vorgeschlagen. Quer zum bestehenden Bahnhof hätte er eine direkte Verbindung von Chur und Luzern in die Ostschweiz ermöglicht. Und 1918 entstand das Projekt für eine Durchmesserlinie nach Oerlikon, die praktisch der heutigen Linienführung entsprach. (sda)

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