Android vs. Apple: Speed-Test sorgt für Ärger
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Android vs. AppleSpeed-Test sorgt für Ärger

Apple ist ausser sich: Mit dem Google-Handy surfe man nicht schneller als mit dem iPhone 4, sagt das Unternehmen - und lässt sich mit dieser Kritik tief in die Karten blicken.

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dsc
Mit welchem Smartphone surft es sich schneller im Netz? Eine Studie zum iPhone 4 (links) und dem Nexus S erhitzt die Gemüter.

Mit welchem Smartphone surft es sich schneller im Netz? Eine Studie zum iPhone 4 (links) und dem Nexus S erhitzt die Gemüter.

Die kanadische Firma Blaze Software ist darauf spezialisiert, die Webseiten ihrer Kunden schneller zu machen. Doch nun hat das Unternehmen den Zorn der weltweiten Apple-Fangemeinde auf sich gezogen, wie auch die zahlreichen Kommentare auf 20 Minuten Online zeigen. Und mehr als das: Apple selbst hat interveniert und sich öffentlich zu Wort gemeldet, weil man sich in einer Studie ungerecht behandelt sieht. Was war passiert?

Die Kanadier hatten medienwirksam verlauten lassen, dass man mit dem Android-Smartphone Nexus S - dem offiziellen Google-Handy - um einiges schneller im Web surfe als mit dem Konkurrenzprodukt von Apple, dem iPhone 4 (20 Minuten Online berichtete). Apple liess daraufhin verlauten, dass die Testmethode fehlerhaft sei. Es sei nicht der iPhone-Browser Safari getestet worden, sondern eine spezielle App. Das Problem: Bei dieser App fehlen die Optimierungen von Safari, wie eine Apple-Sprecherin gegenüber ZDNet sagte. Trotz dieses «fundamentalen Fehlers» sei nur ein Geschwindigkeitsunterschied im Bereich einer Sekunde ermittelt worden.

Tatsächlich müsse die Aussagekraft des Performance-Tests eingeschränkt werden, räumt Blaze Software in einer Stellungnahme auf der Firmen-Homepage ein. Um die Lade-Geschwindigkeit von Webseiten zu messen, sei auf den sogenannten «Embedded Browser» zurückgegriffen worden. Dabei handelt es sich um eine in das Betriebssystem der Smartphones integrierte Software-Komponente. «Der Test hat den in iOS eingebetteten Browser benutzt - die einzige Möglichkeit, die iOS-App eben haben», sagte der Chef-Techniker von Blaze Software, Guy Podjarny gegenüber ZDNet.

Update-Politik in der Kritik

Die von Apple attackierten Kanadier können sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: Man sei davon ausgegangen, dass dieser eingebundene Browser die gleichen Updates erhalte wie der reguläre Browser. «Wenn das - wie Apple jetzt sagt - nicht der Fall ist, kann die Geschwindigkeit mit Safari tatsächlich höher sein.»

Und weiter: Es sei ihres Wissens das erste Mal, dass Apple öffentlich zugebe, dass solche Unterschiede bestünden zwischen dem offiziellen Web-Browser (MobileSafari) und dem Embedded Browser. In der Kritik steht also die zögerliche Update-Politik des Unternehmens. Weiter fordern die Kanadier Apple auf, bei der Umsetzung der noch fehlenden Browser-Optimierungen zu helfen. Dann könnten die Tempo-Tests erneut durchgeführt werden. Und schliesslich heisst es fast etwas trotzig aus Kanada: «Wir stehen hinter der Aussage, dass Androids Embedded Browser schneller ist als derjenige von Apple.»

Wie schnell Apples offizieller Web-Browser im Vergleich mit der Android-Konkurrenz ist, muss sich zeigen. Fest steht: Mit der neuesten Betriebssystem-Version iOS 4.3 sind einige Optimierungen hinzugekommen, die das Rennen spannend(er) machen dürften.

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