Speedel bläst Börsengang ab
Aktualisiert

Speedel bläst Börsengang ab

Das Basler Pharmaunternehmen Speedel hat seinen für Ende Monat geplanten Börsengang kurzfristig abgesagt.

Grund seien die derzeitigen Marktbedingungen, teilte Speedel am Mittwoch mit.

Der Gang an die Schweizer Börse SWX war von den Speedel- Verantwortlichen noch Ende April angekündigt worden. Das Börsenumfeld sei aber derzeit sehr schwierig, sagte Firmensprecher Nick Miles nun auf Anfrage. Das gelte vor allem für die Biotech- Branche.

Vergangene Woche war die Biotech-Firma Arpida mit wenig Erfolg an der Börse gestartet: Am ersten Handelstag verlor der Titel 26 Prozent auf den Ausgabepreis von 18 Franken. Am Mittwoch kostete die Aktie noch 14 Franken. Auch die Aktie der seit März 2004 an der Börse kotierten Biotech-Firma Basilea notiert derzeit unter dem Ausgabepreis.

Andere Situation

Für die Entscheidung von Speedel seien die Erfahrungen von Arpida allerdings nicht ausschlaggebend gewesen, versicherte Speedel-Sprecher Miles: Speedel sei ein ganz anderes Unternehmen, das auch in einem anderen Markt tätig sei als Arpida.

Das Echo von Seiten der institutionellen Investoren, mit denen Speedel im Gespräch gewesen sei, sei zudem grundsätzlich positiv gewesen. Deren Vertrauen in die Märkte und in die Biotech-Branche sei allerdings derzeit «sehr schwierig», räumte Miles ein.

Optionen prüfen

Der Börsengang bleibe aber für Speedel ein Thema. Das Unternehmen lege lediglich eine Pause ein, um auf bessere Marktbedingungen zu warten und die eigenen Optionen zu prüfen. Der Entscheid sei auch von den bisherigen Investoren unterstützt worden.

Einen Zeitpunkt für einen allfälligen neuen Anlauf wollte Miles nicht nennen. Einen unmittelbaren Druck verspüre Speedel nicht. Per Ende März hat Speedel liquide Mittel von 75 Mio. Fr. ausgewiesen. Aufgrund der Liquiditätslage stellt sich die Frage nach neuem Kapital laut dem Sprecher allenfalls im Laufe des nächsten Jahres.

Entwicklung geht weiter

Die Mittel aus dem Börsengang sollten in die Entwicklung von Medikamenten gesteckt werden. Grosse Hoffnung setzt Speedel etwa auf den Blutdrucksenker SPP100, der 2007 auf den Markt gebracht werden soll. Der Rückzug von einem Börsengang habe auf den Business- Plan keine Auswirkungen, sagte Miles.

Grösste Aktionärin von Speedel ist derzeit Firmenchefin Alice Huxley mit einem Anteil von 29 Prozent vor dem Pharmakonzern Novartis, der gegen 13 Prozent hält. Seit der Gründung im Jahre 1998 hat Speedel von privaten Investoren 169 Mio. Fr. erhalten. Zudem erzielte das Unternehmen Gesamterträge, insbesondere aus Meilensteinzahlungen, von 57,7 Mio. Franken.

(sda)

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