Nick Kyrgios: Spektakel-Tennis nach verbaler Entgleisung

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Nick KyrgiosSpektakel-Tennis nach verbaler Entgleisung

Der australische Bad Boy Nick Kyrgios zeigt in Acapulco seine zwei Gesichter. Zuerst beschimpft er Fans, dann spielt er gegen Novak Djokovic gross auf.

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kai
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Seht her, ich habe Lust auf Tennis: Nick Kyrgios läuft in Acapulco zur Höchstform auf.

Seht her, ich habe Lust auf Tennis: Nick Kyrgios läuft in Acapulco zur Höchstform auf.

AP/Enric Marti
Der Australier weist im Viertelfinal Novak Djokovic in die Schranken.

Der Australier weist im Viertelfinal Novak Djokovic in die Schranken.

AP/Bernandino Hernandez
Er setzt den Serben mit angriffigem Spiel unter Druck ...

Er setzt den Serben mit angriffigem Spiel unter Druck ...

AP/Enric Marti

Dass Nick Kyrgios zwischen Genie und Wahnsinn schwankt, ist hinlänglich bekannt. Am 500er-ATP-Turnier in Acapulco offenbarte er dies ein weiteres Mal.

In der ersten Runde gegen Dudi Sela hatte der 21-jährige Australier mit einer verbalen Entgleisung für Aufsehen gesorgt. Auf dem Weg zu seinem Dreisatzsieg fühlte er sich von lautstarken Fans des Israelis gestört. Vor einem Aufschlag verlor er schliesslich die Beherrschung und schleuderte ein «Shut the f*** up» in deren Richtung.

Die Beschimpften forderten anschliessend eine Entschuldigung, Kyrgios nahm das jedoch lediglich amüsiert zur Kenntnis.

Beste Unterhaltung

Von seiner sportlich spektakulärsten Seite zeigte er sich dann im Viertelfinal gegen Novak Djokovic. Die Weltnummer 17 besiegte den Weltranglistenzweiten 7:6, 7:5 und sprach hinterher von einem der besten Matches der Karriere. «Das ist ein grosser Sieg für mich, ich habe um jeden Punkt gekämpft», sagte der 21-Jährige.

Wie heiss Kyrgios laufen kann, und dass er die Massen mit Showelementen zu begeistern weiss, zeigen folgende Szenen:

Kyrgios sagte nach dem Sieg auch, dass es für ihn keinen Unterschied mache, wenn ihm ein Gegner aus den Top Ten gegenüberstehe. Im Gegenteil: «Gegen sie spiele ich mein bestes Tennis.» Eine Statistik untermauert das: Kyrgios ist erst der zweite Spieler nach seinem Landsmann Lleyton Hewitt, der Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal im ersten Duell in die Schranken gewiesen hat.

Kleiner, aber nicht ganz nebensächlicher Unterschied: Hewitt gewann die Premiere gegen Federer 1999 in Lyon, gegen Nadal 2004 in Melbourne und gegen Djokovic 2006 am US Open – Federer war damals 18 Jahre alt, Nadal 17 und Djokovic 19.

Tomic mit nächstem Eklat

Während sich Kyrgios in Acapulco erfrischend engagiert präsentiert, scheint Kollege Bernard Tomic weiterhin in seiner Lustlosigkeit gefangen zu sein. Nachdem er in der Vorwoche in Delray Beach für einen Eklat gesorgt hatte, gab der 24-Jährige seine Erstrunden-Partie in Mexiko gegen Donald Young wegen «unerträglicher Hitze» nach dem verlorenen Startsatz (6:7) auf.

Das Thermometer zeigte übrigens 27 Grad Celsius an, was für einen Australier durchaus zu ertragen sein sollte. Wenige Stunden später trat Tomic im Doppel an …

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