Aktualisiert 07.08.2011 08:52

Werbung, oder doch nicht?

Spektakel und ein verwirrender Entscheid

Ein Entscheid der Swiss Football League sorgte kurz vor dem Spiel des FCB gegen Sion für Verwirrung. Auch noch bei den ersten beiden Gegentoren der Bebbi?

von
Eva Tedesco
Im Joggeli zum Zuschauen verurteilt: Die Sittener Jose Goncalves, Garcia Gabri, Billy Ketkeophomphone und Stefan Glarner (v.l.) warten nunmehr seit vier Runden auf eine Spielberechtigung. (Keystone/AP)

Im Joggeli zum Zuschauen verurteilt: Die Sittener Jose Goncalves, Garcia Gabri, Billy Ketkeophomphone und Stefan Glarner (v.l.) warten nunmehr seit vier Runden auf eine Spielberechtigung. (Keystone/AP)

Wenige Minuten vor Kickoff erreichte die beidem Teams eine Verfügung der Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL), die den Einsatz von sechs Sion-Spielern untersagte, die am Freitag am Bezirksgericht in Martigny ihre Spielerlaubnis erstritten hatten. So war Sion-Trainer Laurent Roussey gezwungen kurzfristig seine bereits offizielle Aufstellung umzustellen. Mario Mutsch und Pascal Feindouno, die in der Startelf vorgesehen waren, mussten auf die Tribüne. Für sie kamen Fabrizio Zambrella und Didier Crettenand zum Einsatz.

Crettenand war es dann auch, der den Freistoss in den Basler Freistoss gezirkelt hat, den Vilmos Vanczak (6.) per Kopf zur Sittener Führung verwandelte. Und es war wieder eine Standard-Situation, die Sion nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Zoua (15.) wieder in Führung brachte. Diesmal war es Adailton (20.), der auf einen Eckball zum 2:1 eingeköpft hat. Bei beiden Gegentoren haben die Basler nicht gut ausgesehen und in beiden Situationen hat die Zuordnung nicht gestimmt. Hat der SFL-Entscheid und die in der Folge veränderte Aufstellung den FCB so verwirrt, dass die Zuordnung unklar wurde?

Constantin hätte die Mannschaft so lassen sollen

FCB-Trainer Thorsten Fink: «Für mich war die Situation gar nicht verwirrend. Ich habe gewusst, dass Sion so spielt.» Und auf das Spielsystem hätten die Umstellungen sowieso keinen Einfluss. «Präsident Constantin hätte die Mannschaft so lassen sollen, denn die ist nicht so schlecht», schiebt Fink schmunzelnd nach. Doch dann räumt Fink ein, dass Umstellungen bei Standards einen Einfluss haben können. «Am Ende sind doch jene auf dem Platz gestanden, mit denen ich gerechnet habe».

Und auch wenn es anderes gewesen wäre, hätte das wenig geändert. «Ich konzentriere mich auf mein Team und nicht auf den Gegner. Das mache ich in der Champions League im Europacup und immer so». Also waren es nicht die Umstellungen, die bei der mangelhaften Zuordnung vor den Gegentreffern eine Rolle gespielt haben? FCB-Mittelfeldspieler Fabian Frei: «Ich weiss nicht, was da passiert ist. Wir müssen uns die Szenen genau anschauen und analysieren.»

Werbung für den Schweizer Fussball

Geärgert haben die Tore Fink dennoch. Ob Standard oder nicht – er ärgere sich über jeden Gegentreffer. Die zwei Punkte hat der FC Basel aber gegen eine technisch und taktisch hervorragende Mannschaft verloren. Mit Spektakel und einem temporeichen Spiel sind aber die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen und die beiden Mannschaften hätten «beste Werbung für den Schweizer Fussball gemacht.» Was man von dem juristischem Hickhack neben dem Platz nicht sagen kann.

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