Futuristische Bauprojekte, die nie umgesetzt wurden
Die Visualisierung des Tulip Tower in London war bei der Veröffentlichung im November 2018 bereits umstritten: Sieht das Ding aus wie eine Tulpe – oder doch eher wie etwas ganz anderes?

Die Visualisierung des Tulip Tower in London war bei der Veröffentlichung im November 2018 bereits umstritten: Sieht das Ding aus wie eine Tulpe – oder doch eher wie etwas ganz anderes?

The Tulip by Foster + Partner
Publiziert

Zu teuer, zu futuristischSpektakuläre Bauprojekte, die nie umgesetzt wurden

Projekt-Visualisierungen sind oft beeindruckend, können allerdings nicht immer umgesetzt werden. Wir zeigen dir sieben Grossprojekte, die schliesslich nicht gebaut wurden.

von
Meret Steiger

Im vergangenen November hat die Stadt London dem Tulip Tower eine Abfuhr erteilt. Das Bauwerk war umstritten, weil es viele Menschen nicht an eine Tulpe, sondern viel mehr an einen Penis erinnert hat. Die Baubewilligung wurde nicht erteilt, das Projekt ist gescheitert. Wir zeigen dir sieben andere Projekte, die es auch nicht bis zur Umsetzung geschafft haben – trotz spektakulärer Visualisierungen und sogar begonnener Bauarbeiten.

Mexico City International Airport von Foster + Partners

Die Form des Flughafens erinnert ein bisschen an die Nazca-Linien in Peru.

Die Form des Flughafens erinnert ein bisschen an die Nazca-Linien in Peru.

Foster + Partners

Der Tulip Tower ist nicht das erste gescheiterte Projekt von Foster + Partners, auch der Flughafen, den das Architekturbüro für Mexiko-Stadt entworfen hat, wird so nie existieren. Die Bauarbeiten hatten bereits begonnen und der Flughafen war zur Hälfte fertiggestellt, als das Projekt 2018 gebodigt wurde. Der Grund: der frisch gewählte Präsident Andrés Manuel López Obrador – der Stopp dieses Projekts war ein grosser Teil seiner Wahlkampagne. Nach seiner Wahl liess er Bürgerinnen und Bürger in einem Referendum über den Bau abstimmen und diese wollten den 13,3 Milliarden teuren Flughafen nicht.

New Tamayo Museum von Rojkind Arquitectos und BIG

Es sieht aus wie ein riesiges Plus und das Dach ist eine Aussichtsterrasse: das geplante Museum in Mexiko-Stadt.

Es sieht aus wie ein riesiges Plus und das Dach ist eine Aussichtsterrasse: das geplante Museum in Mexiko-Stadt.

Rojkind Arquitectos und BIG

Das New Tamayo Museum sollte ein grosses Kunstzentrum in Mexiko-Stadt werden. Dafür hat sich das bekannte dänische Architekturbüro BIG (Bjarke Ingels Group) mit den lokalen Rojkind Arquitectos zusammengetan und diesen Entwurf eingereicht. Obwohl das Duo damit bereits 2009 einen Wettbewerb gewonnen hat, wurde das Museum auch heute, mehr als zehn Jahre später, nicht gebaut. Die Gründe sind unklar.

Tokio 2020 Olympia-Stadion von Zaha Hadid Architects

Das Stadion-Projekt von ZHA war umstritten: Die Form wurde mit einem Velohelm verglichen – oder einer Klobrille.

Das Stadion-Projekt von ZHA war umstritten: Die Form wurde mit einem Velohelm verglichen – oder einer Klobrille.

Zaha Hadid Architects

Zaha Hadid Architects hat den Design-Wettbewerb für das olympische Stadion in Tokio bereits 2012 gewonnen, wurde danach aber mit viel Kritik konfrontiert: Japanische Architekten kritisierten die Grösse und die Kosten für das Projekt, die Öffentlichkeit machte sich über die Form lustig – so wurde das Stadion mit einem Helm oder, weniger nett, einer Toilettenschüssel verglichen. 2015 wurde das Projekt vom japanischen Premierminister gebodigt.

The Mile von Carlo Ratti

Höhenangst, schon nur beim Betrachten des Fotos: The Mile hätte mehr als 1,6 Kilometer hoch werden sollen.

Höhenangst, schon nur beim Betrachten des Fotos: The Mile hätte mehr als 1,6 Kilometer hoch werden sollen.

Carlo Ratti

2016 hat der italienische Architekt Carlo Ratti Pläne für einen Aussichtsturm veröffentlicht, der doppelt so hoch sein soll wie der Burj Khalifa – also über 1600 Meter. The Mile war nicht für einen bestimmten Ort geplant, laut dem Architekten hätten aber diverse grössere Städte Interesse bekundet. In den vergangenen fast sechs Jahren ist bei diesem Projekt, das auch eine bepflanzte Terrasse beinhaltet, aber nichts mehr passiert.

RAK Convention and Exhibition Centre von OMA

Sieht aus wie der Todesstern aus «Star Wars»: der Entwurf für das RAK Convention and Exhibition Centre.

Sieht aus wie der Todesstern aus «Star Wars»: der Entwurf für das RAK Convention and Exhibition Centre.

OMA

Das RAK Convention and Exhibition Centre war ein besonders ambitioniertes Projekt, das Teil einer neuen Stadt in Ras Al Khaimah, dem nördlichsten der Vereinigten Arabischen Emirate, hätte werden sollen. Das Gebäude, das etwas an den Todesstern aus «Star Wars» erinnert, wurde allerdings nie Realität: Die Pläne für die Stadt, die bis 2025 rund 600’000 Menschen beherbergen sollte, wurden bisher nicht umgesetzt.

Jebel al Jais Mountain Resort von OMA

Da das Stadt-Projekt, zu dem dieses Tourismus-Dorf gehört, bisher nicht umgesetzt wurde, wurde auch dieses Projekt verworfen.

Da das Stadt-Projekt, zu dem dieses Tourismus-Dorf gehört, bisher nicht umgesetzt wurde, wurde auch dieses Projekt verworfen.

OMA

Aus dem gleichen Grund, aus dem auch das RAK Convention and Exhibition Centre scheiterte, wurde auch das zweite Projekt von OMA nie umgesetzt: Dabei handelt es sich um eine Touristen-Stadt in der Nähe der neuen Stadt bei Ras Al Khaimah. Das Projekt beinhaltete einen (bewohnbaren) Damm, eine Brücke und eine Hotelkonstruktion, die direkt in die Klippe hätte gebaut werden sollen. Da das Stadtprojekt bisher nicht umgesetzt wurde, liegt auch diese Idee auf Eis.

Garden Bridge von Thomas Heatherwick

Eine Brücke, die auch als Park dient und dabei besonders hübsch aussieht. Gute Idee, aber mit 200 Millionen Pfund zu teuer.

Eine Brücke, die auch als Park dient und dabei besonders hübsch aussieht. Gute Idee, aber mit 200 Millionen Pfund zu teuer.

Thomas Heatherwick

Mitten in London hätte diese begrünte Brücke gebaut werden sollen. Entworfen hat sie Architekt Thomas Heatherwick, der bei der Veröffentlichung beim damaligen Bürgermeister Boris Johnson auf grossen Anklang stiess. Schon 2017 wurde das ehrgeizige Prestigeprojekt wieder verworfen. Die errechneten Baukosten waren von 60 Millionen Pfund auf über 200 Millionen Pfund angestiegen und der neue Bürgermeister von London, Sadiq Khan, war nicht mehr bereit, ein so teures Bauprojekt zu unterstützen.

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