23.08.2020 14:27

Rücktritt von Iouri PodladtchikovSpektakuläre Sprünge und ein peinliches Foto

Iouri Podladtchikov erlebte in seiner Karriere viele Höhepunkte, aber auch ein paar harte Rückschläge. Ein Rückblick auf die bleibendsten Momente des ehemaligen Snowboarders.

von
Tobias Müller
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In der Halfpipe fühlte sich Iouri Podladtchikov  in seinem Element und konnte seinem Herzen freien Lauf lassen. 


In der Halfpipe fühlte sich Iouri Podladtchikov in seinem Element und konnte seinem Herzen freien Lauf lassen.

Foto: Reuters
Seinen grössten Erfolg feierte der gebürtige Russe bei den Winterspielen 2014 in Sotschi, als er zu Gold flog. 

Seinen grössten Erfolg feierte der gebürtige Russe bei den Winterspielen 2014 in Sotschi, als er zu Gold flog.

Foto: Keystone
Auch im Sommer machte I-Pod eine gute Figur. Ein Ziel von ihm war die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio im Skateboarden gewesen. 

Auch im Sommer machte I-Pod eine gute Figur. Ein Ziel von ihm war die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio im Skateboarden gewesen.

Foto: Keystone

Darum gehts

  • Mit dem Rücktritt von Iouri Podladtchikov endet eine schillernde Karriere.
  • Der 31-Jährige sorgte immer mal wieder für Aufsehen, auch abseits des Sports.
  • In Erinnerung bleiben wird seine Goldmedaille 2014 und ein berühmtes Nacktfoto.

Iouri Podladtchikov hat genug. In einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte der 31-Jährige, dass er seine Karriere beenden wird: «Es gibt für mich keinen Winter mehr.» Mit dem Rücktritt endet eine schillernde Sportlerkarriere. Olympia-Gold in Sotschi 2014, drei WM-Medaillen und vier Siege im Weltcup stehen in seinem Palmarès. Doch auch abseits von Halfpipes und Skateboardrampen machte «iPod» immer mal wieder auf sich aufmerksam.

Der Yolo-Flip

Iouri Podladtchikov war bekannt für hohe Sprünge und waghalsige Darbietungen in der Halfpipe. Doch 2013 brachte er das Snowboarden auf ein neues Level. Mit seinem eigen kreierten Yolo-Flip (You only live once) machte er sich selber zum Gold-Favoriten bei den Olympischen Spielen ein Jahr später und setzte die Konkurrenz gewaltig unter Druck. Zum ersten Mal stand Podladtchikov den rückwärts angefahrenen Doppelsalto mit vierfacher Schraube bei den X-Games in Tignes.

Das Interview

Elf Monate nach seinem erstmals gestandenen Yolo-Flip holte sich Podladtchikov die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014. Für den gebürtigen Russen waren die Spiele in Sotschi doppelt speziell. Den Emotionen liess er danach im legendären Interview mit dem Schweizer Fernsehen freien Lauf, als er zuerst den ehemaligen Snowboarder Gian Simmen (Olympia-Gold in Nagano 1998) innig umarmte und im Anschluss zuerst ehrliche Worte und dann gar keine mehr fand.

Das Nacktfoto

Nicht nur sportlich wusste Podladtchikov zu überzeugen, auch im Privatleben machte der Draufgänger immer wieder auf sich aufmerksam. Am meisten in Erinnerung bleiben wird das Nacktbild, das von ihm bei einer Tankstelle «irgendwo zwischen Wollerau und Laax» geschossen wurde. «Ganz nüchtern war ich nicht», sagte «iPod» danach ehrlich im «Blick» und schilderte, wie es zur Situation kam: «Ich habe einen Audi Q5 bekommen. Mit einem riesigem Panoramadach. Das habe ich aufgemacht und guckte oben heraus, wie im Film. Dann zog ich meinen Pulli aus. Die anderen im Auto haben mitgemacht, und ich wollte sie übertrumpfen.»

Die Verletzungen

Vor allem in den letzten Jahren seiner Karriere kämpfte Podladtchikov immer wieder mit Verletzungen, die aus üblen Stürzen resultierten. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang stürzte er in Aspen schwer und erlitt neben einer Gehirnerschütterung auch Hirnblutungen, woraufhin der Ausnahmekönner seine Olympia-Titelverteidigung absagen musste. Bei seinem Comeback im Dezember nach den Spielen kam es erneut zu einem Sturz. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. Seit seinem ersten schlimmen Unfall im Jahr 2017 in Sierra Nevada und einem Kreuzbandriss konnte Podladtchikov bis zu seinem Karriereende nur noch sieben Wettkämpfe bestreiten.

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