Aktualisiert

Super LeagueSpektakulärer Derbysieg und Rang drei für den FCZ

Zum Saisonabschluss bietet der FCZ grosses Spektakel. Im Zürcher Derby gegen GC gewinnt das Team von Urs Meier 4:3 und beendet die Saison auf Rang drei.

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Yassine Chikhaoui wurde im Zusammenhang mit einer Fahndung nach mutmasslichen Taschendieben von der Zürcher Stadtpolizei kontrolliert und anschliessend auf die Wache mitgenommen.

Yassine Chikhaoui wurde im Zusammenhang mit einer Fahndung nach mutmasslichen Taschendieben von der Zürcher Stadtpolizei kontrolliert und anschliessend auf die Wache mitgenommen.

Ennio Leanza
FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) setzte sich umgehend für seinen tunesischen Liebling ein und beschwerte sich schriftlich bei Polizeivorsteher Richard Wolff.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) setzte sich umgehend für seinen tunesischen Liebling ein und beschwerte sich schriftlich bei Polizeivorsteher Richard Wolff.

Steffen Schmidt
Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei, erklärte, dass Chikhaoui irrtümlicherweise ins Visier der Polizei geraten sei.

Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei, erklärte, dass Chikhaoui irrtümlicherweise ins Visier der Polizei geraten sei.

Ennio Leanza

Es war ein Spektakel, was die beiden Mannschaften im 242. Zürcher Derby den rund 12'000 Zuschauern im Letzigrund boten. Beim munteren Schlagabtausch fielen schon in der ersten Halbzeit sechs Tore. Zur Pause stand es 3:3. GC war mit drei strammen Weitschüssen erfolgreich gewesen; durch Ravet (2) und Caio.

Die Entscheidung fiel in der 73. Minute. Im Zuge eines mustergültigen Konters legte der eingewechselte Yassine Chikhaoui für seinen tunesischen Landsmann Amine Chermiti auf, und dieser brauchte nur noch ins verwaiste Tor einzuschieben.

Somit konnte der FCZ alle vier Meisterschafts-Derbys in dieser Saison zu seinen Gunsten entscheiden. In der Saison 1997/98 war GC das gleiche Kunststück gelungen.

FCB - St. Gallen: Basler Sieg bei Strellers Abschied

Der Match stand ganz im Zeichen des Super-League-Abschieds von FCB-Captain Marco Streller. Die Identifikationsfigur der Rotblauen durfte in ausverkaufter Arena eine sehr emotionale Meisterschafts-Dernière erleben, die auf der Tribüne sogar von seiner 99-jährigen Grossmutter mitverfolgt wurde. Mit Tränen in den Augen lief Streller ins Stadion ein, ehe der achtfache Schweizer Meister von den eigenen Fans mit warmem Applaus in Richtung Anpfiff begleitet wurde.

Streller sollte auch für das erste sportliche Highlight des Abends sorgen. Nach 17 Minuten brachte er seine Mannschaft mit 1:0 in Führung. Nachdem er dem Luxemburger Mutsch den Ball abgenommen hatte, konnte Streller mit dem zweiten Versuch seinen Copain Marcel Herzog bezwingen. Für «Pipi» war es im 249. Match in der höchsten Schweizer Spielklasse das 119. Tor.

Doch nach diesem perfekten Start sollte die Partie lange nicht mehr nach dem Gusto Strellers verlaufen. Innerhalb von acht Minuten erzwangen die Gäste aus St. Gallen den Umschwung. Mathys traf per Kopf nach einem Freistoss des Ex-Baslers Aratore, und dem Serben Aleksic gelang mit einem satten Freistoss sein erstes Super-League-Tor. In der 54. Minute gingen die Ostschweizer dank Aratore mit 3:2 in Front und Everton hatte für die Grün-Weissen in der 67. Minute sogar das 4:2 auf dem Fuss. Doch weil der Brasilianer kläglich scheiterte, bekamen die Basler noch einmal Luft. Und tatsächlich sollte ihnen die Wende gelingen. Dario Zuffi glich nach Pass von Streller aus. Und der in der 82. Minute für Streller eingewechselte Jungspund Albian Ajeti wurde mit dem 4:3 zum Matchwinner. So konnte sich Basel doch noch einmal in dieser Saison gegen den zum Angstgegner gewordenen FC St. Gallen durchsetzen.

St. Gallen verpasste die erstklassige Möglichkeit, auf Platz 5 vorzustossen, auf dem man noch auf die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation hätte spekulieren dürfen.

FCL - Sion: FCL schnappt St. Gallen 5. Rang weg

Der FCL schnappte im letzten Saisonspiel den St. Gallern den fünften Platz weg. Dieser 5. Platz kann vor allem dann noch lukrativ werden, wenn Basel den Cupfinal gegen Sion gewinnt und sich dadurch die fünftplatzierte Mannschaft - nunmehr Luzern - an der Qualifikation zur Europa League wird beteiligen können. Für Luzern, das nach Winterpause zunächst noch in den Abstiegskampf verwickelt war, wäre es ein verdienter Lohn für eine tolle Rückrunde.

Während Luzern mit einem 3:0 daheim gegen Sion seinen Part souverän erledigte, verpasste St. Gallen bei der Meistergala des FC Basel eine grosse Chance. Die St. Galler führten zweimal (2:1 und 3:2), mussten aber in der letzten Viertelstunde noch zwei Tore hinnehmen.

YB - Vaduz: Wende in zwei Minuten

Auch in dieser Partie drohte Vaduz sein Image als Angstgegner der Young Boys im Stade de Suisse aufzupolieren. Aber im Unterschied zum Herbst, als die Berner auf einen 0:1-Rückstand nicht mehr reagieren konnten, erzwangen sie diesmal die Wende Mitte der zweiten Halbzeit mit zwei Toren innerhalb von zwei Minuten.

Nachdem Guillaume Hoarau, mit 17 Toren der Topskorer des Teams, nach einer halben Stunde einen Foulpenalty an den linken Pfosten gedroschen hatte, bekam für den zweiten Penalty für YB nach 65 Minuten Milan Gajic die Chance. Und dieser traf souverän. Beide Penaltys waren mehr als gerechtfertigt. Der österreichische Verteidiger Mario Sara hatte Renato Steffen ebenso klar gefoult wie später Ersatzgoalie Andreas Hirzel den durchbrechenden Alexander Gerndt. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich verwertete Renato Steffen eine schöne Flanke von Gonzalo Zarate zum 2:1.

Vaduz zeigte jedoch einmal mehr auf, dass es den Ligaerhalt wohl verdient hat. Bevor die Partie nach 30 Minuten mit Hoaraus verschossenem Penalty richtig lanciert wurde, hatten die Gäste die beste Chance. Steven Lang traf mit einem satten Schuss nach 18 Minuten nur die Latte. Und das Führungstor drei Minuten nach der Pause, erzielt von Nicolas Hasler auf Pass von Manuel Suter, war keineswegs unverdient.

Aarau - Thun: Solche Spiele hatte Aarau zu wenige

Hätte die Aarauer Mannschaft in dieser Saison öfter so aufgespielt wie in der Startviertelstunde gegen Thun, hätte sie die Abstiegssorgen und letztlich den Abstieg wahrscheinlich vermeiden können. Aber auch diese Startphase war bezeichnend für die missglückte Saison des FCA. Statt 3:0 stand es nur 1:0, dank einem von Luca Radice vorbereiteten Tor von Dante Senger per Direktabnahme. Senger hätte schon in der 6. Minute treffen müssen, spielte aber in die Arme von Thuns Torhüter Guillaume Faivre statt in die Torecke. Und nur eine Minute danach war nicht auszumachen, ob der Ball nach einem Abpraller die Torlinie überschritten hatte. Der Entscheid fiel bezeichnenderweise gegen Aarau.

Die ungenügenden Auftritte im eigenen Stadion waren mitverantwortlich für den Abstieg. Drei der fünf Heimsiege errangen die Aarauer im ersten Viertel der Saison, die übrigen beiden ganz am Schluss gegen Basel und Thun, als das Unterfangen Ligaerhalt fast schon aussichtslos war.

In der zweiten Halbzeit kontrollierten die Aarauer das Spiel im Stil einer gefestigten Mannschaft. Auf Karlens Ausgleich reagierte Senger nur zwei Minuten später, und das 3:1, erzielt von Luca Radice war schliesslich gar ein Juwel. Das Thuner Abschlusstor kam erst drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit.

FC Zürich - Grasshoppers 4:3 (3:3)

11'967 Zuschauer. - SR Jaccottet. -

Tore: 3. Ravet 0:1. 14. Schneuwly 1:1. 16. Caio (Fedele) 1:2. 23. Chermiti (Sadiku) 2:2. 29. Sadiku (Chermiti) 3:2. 45. Ravet (Caio) 3:3. 73. Chermiti (Chikhaoui) 4:3.

FC Zürich: Brecher; Djimsiti, Nef, Elvedi; Schneuwly (30. Rodriguez), Buff, Kukeli (64. Chikhaoui), Philippe Koch; Chiumiento (70. Rikan); Sadiku, Chermiti.

Grasshoppers: Vasic; Bauer (46. Ngamukol), Wüthrich, Grichting, Pavlovic; Lang; Ravet, Fedele, Dingsdag (83. Gjorgjev), Caio; Tarashaj (75. Hossmann).

Bemerkungen: FC Zürich ohne Alesevic, Etoundi, Favre, Kecojevic, Raphael Koch, Schönbächler, Yapi (alle verletzt), Da Costa, Kajevic, Maurice Brunner und Gavranovic (alle nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Vadocz (gesperrt), Dabbur (verletzt), Abrashi (krank), Davari, Jahic, Merkel und Brown (alle nicht im Aufgebot). Letztes Super-League-Spiel von Grichting. Rote Karte gegen Ngamukol (Tätlichkeit nach Spielschluss). -

Verwarnungen: 47. Grichting. 82. Ravet (beide Foul). 91. Brecher (Spielverzögerung). 93. Sadiku (Foul). Nach Spielschluss Chermiti (Unsportlichkeit).

Basel - St. Gallen 4:3 (1:2)

33'403 Zuschauer. - SR Studer. -

Tore: 17. Streller 1:0. 30. Mathys (Freistoss Aratore) 1:1. 38. Aleksic (Freistoss) 1:2. 50. Samuel (Corner Zuffi) 2:2. 54. Aratore 2:3. 78. Zuffi (Streller) 3:3. 87. Albian Ajeti (Xhaka) 4:3.

Basel: Vaclik; Xhaka, Schär, Samuel, Safari; Frei, Zuffi; Callà (58. Embolo), Delgado (65. Elneny), Gashi; Streller (82. Albian Ajeti).

St. Gallen: Herzog; Mutsch, Gelmi, Thrier, Facchinetti; Everton, Mathys; Tafer (46. Tréand), Aleksic (68. Bunjaku), Aratore; Karanovic (37. Cavusevic).

Bemerkungen: Basel ohne Ivanov, Kakitani, Suchy (alle verletzt) und Gonzalez (Nationalmannschaft). St. Gallen ohne Janjatovic, Kapiloto, Rodriguez, Russo (alle verletzt), Demiri, Besle und Sikorski (alle nicht im Aufgebot). Letztes Super-League-Spiel von Streller und Schiedsrichter Studer. -

Verwarnungen: 52. Thrier. 53. Aleksic und Schär. 58. Mathys. 75. Tréand. 85. Safari.

Luzern - Sion 3:0 (2:0)

11'241 Zuschauer. - SR San. -

Tore: 3. Lezcano 1:0. 39. Lezcano (Lattenschuss Lustenberger) 2:0. 76. Lustenberger (Schneuwly) 3:0.

Luzern: Zibung; Sarr, Wiss (67. Aliti), Affolter, Lustenberger; Doubai; Bozanic, Jantscher (72. Haas), Freuler; Lezcano, Schneuwly (79. Winter).

Sion: Vanins; Rüfli, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Salatic; Follonier (51. Assifuah), Kouassi, Fernandes, Carlitos (75. Akolo); Konaté (76. Vidosic).

Bemerkungen: Luzern ohne Thiesson (gesperrt), Puljic und Rogulj (beide verletzt). Sion ohne Christofi, Ndoye, Ramirez und Zverotic (alle verletzt). -

Verwarnungen: 37. Lustenberger (Foul). 42. Wiss (Foul). 58. Lezcano (Unsportlichkeit). 63. Konaté (Foul).

Young Boys - Vaduz 2:1 (0:0)

16'082 Zuschauer. - SR Klossner. -

Tore: 48. Hasler (Sutter) 0:1. 65. Gajic (Foulpenalty) 1:1. 67. Steffen (Zarate) 2:1.

Young Boys: Mvogo; Sutter, von Bergen, Rochat, Lecjaks; Bertone, Gajic; Steffen (80. Nuzzolo), Gerndt (75. Kubo), Vitkieviez (56. Zarate); Hoarau.

Vaduz: Hirzel; von Niederhäusern, Kaufmann, Sara, Aliji; Muntwiler; Burgmeier (72. Kryeziu), Kuzmanovic (72. Cecchini), Hasler, Lang; Sutter (77. Abegglen).

Bemerkungen: Young Boys ohne Sanogo (gesperrt), Vilotic und Seferi (beide verletzt). Vaduz ohne Ciccone, Neumayr (beide gesperrt), Jehle und Grippo (verletzt). 18. Lattenschuss Lang. 30. Hoarau schiesst Foulpenalty an den Pfosten.

Verwarnungen: 23. Bertone (Foul), 29. Sara (Foul), 32. Rochat (Foul)l, 51. von Bergen (Foul), 64. Hirzel (Foul).

Aarau - Thun 3:2 (1:0)

3964 Zuschauer. - SR Hänni. -

Tore: 12. Senger (Radice) 1:0. 53. Karlen 1:1. 55. Senger (Wieser) 2:1. 75. Radice (Lüscher) 3:1. 87. Karlen 3:2.

Aarau: Pelloni; Nganga, Thaler, Magyar, Jaggy; Burki; Lüscher, Costanzo (92. Jäckle), Wieser (73. Mlinar), Radice; Senger (86. Feltscher).

Thun: Faivre; Glarner, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Frontino (46. Karlen), Hediger, Sutter, Ferreira (77. Markovic); Rojas (14. Munsy), Sadik.

Bemerkungen: Aarau ohne Garat (gesperrt), Mall, Gygax, Gauracs und Mudrinski (alle verletzt). Thun ohne Schenkel, Siegfried, Causi, Schindelholz, Schirinzi und Gonzalez (alle verletzt).

Verwarnungen: 50. Hediger (Spielverzögerung), 64. Sulmoni (Foul), 82. Wittwer (Reklamieren), 88. Reinmann (Foul).

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