Frutigen BE: Spektakuläres Tropenhaus eröffnet
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Frutigen BESpektakuläres Tropenhaus eröffnet

Zwischen 800 und 1000 Personen haben am Samstag das neu eröffnete Tropenhaus in Frutigen besucht. Die touristische Attraktion nutzt warmes Wasser aus dem Lötschberg-Basistunnel für die Zucht von Störfischen und eine Plantage mit exotischen Pflanzen.

«Mit der Besucherzahl am allerersten Tag sind wir sehr zufrieden», sagte Geschäftsführer Fritz Jost auf Anfrage. Die Rückmeldungen der Gäste seien überwiegend positiv. Nur kleine Details wie gewisse Beschriftungen seien kritisiert worden. Das will die Tropenhaus Frutigen AG aber so schnell wie möglich korrigieren.

30 Millionen Franken investiert

Trotz Krise wird im Tropenhaus im Berner Oberland künftig tonnenweise Kaviar produziert. «In Frutigen wollen wir pro Jahr rund 10 Tonnen tropische Früchte reifen lassen», sagte Peter Hufschmied, Verwaltungsratspräsident der Tropenhaus Frutigen AG, am Donnerstag gemäss Redetext vor den Medien. So sollen etwa Papayas, Mangos, Zwergbananen oder Kumquats geerntet werden.

Weiter dürfte die jährliche Produktion rund 45 Tonnen Stör und bis zu drei Tonnen Kaviar betragen. «Gleichzeitig erwarten wir jährlich rund 80 000 Besucher», sagte Hufschmied. Die Initianten des Tropenhauses hoffen, dass sich ihre Einrichtung als touristische Attraktion mit nationaler Ausstrahlung etabliert.

Die Anlage, die rund 30 Millionen Franken gekostet hat, wird am Samstag nach 18 Monaten Bauzeit eröffnet. Neben der Fischzucht mit Kaviar- Produktion und der Plantage soll das Tropenhaus Besuchern unter anderem mit einem Rundgang Wissen über Ökologie, nachhaltige Produktion und Ernährung sowie erneuerbare Energien bieten.

Die BKW, eine der Hauptpartnerinnen des Tropenhauses, will mit dem grössten Energiepark der Schweiz das Thema Energie nun auch im Kandertal einem breiten Publikum näher bringen, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

«Ökologisch-pädagogisches Kraftpaket»

Aus dem Eisenbahn-Basistunnel durch den Lötschberg fliessen pro Sekunde hundert Liter Bergwasser. Auf seinem Weg durch die Klüfte und Störungen im Gebirge wird es auf rund 20 Grad erwärmt.

So entstand die Idee, das Wasser im Rahmen einer Fischzucht zu nutzen und gleichzeitig abzukühlen. Daneben bleibt genug Wärmeenergie übrig, um das Gewächshaus zu beheizen und tropische Früchte reifen zu lassen.

Das Tropenhaus beschäftigt in Frutigen rund 45 Angestellte. Die vor Ort produzierten Nahrungsmittel kommen in den hauseigenen Restaurants auf den Tisch.

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher spricht von einer bahnbrechenden Idee. Das Projekt, das im Rahmen der Neuen Regionalpolitik vom Bund und Kanton Bern zu gleichen Teilen unterstützt wurde, sei ein «ökologisch-pädagogisches Kraftpaket», das sich bestimmt auf dem Markt behaupten werde, sagte er gemäss Redetext.

Für Innovation prämiert

Bereits vor der Eröffnung wurde das neue Tropenhaus in Frutigen mit dem «IDEE-SUISSE Award 2009» ausgezeichnet. Die Jury prämiert damit die Innovation und ökologische Nachhaltigkeit des Projekts im Berner Oberland.

Das Tropenhaus ist ein Beispiel für innovative Tatkraft und unternehmerischen Umsetzungswillen, wie die Schweizerische Gesellschaft für Ideen- und Innovationsmanagement (IDEE-SUISSE) in einer Mitteilung schreibt. (sda)

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