07.08.2015 13:34

Geld umgeleitet

Spenden-Skandal erschüttert Basler SVP

Präsident und Nationalrat Sebastian Frehner soll einen Spendenbrief der Partei umgeschrieben und sein Privatkonto angegeben haben.

von
20M
SVP-Nationalrat Sebastian Frehner soll laut einem Medienbericht nicht mit offenen Karten gespielt haben.

SVP-Nationalrat Sebastian Frehner soll laut einem Medienbericht nicht mit offenen Karten gespielt haben.

Wer im Wahlkampf Plakate aufhängen und Inserate schalten will, braucht Geld – viel Geld. Die Basler SVP gründete deshalb im Februar 2011 ein Gremium, das 80'000 Franken an Spendengeldern für die Nationalratskandidaten sammeln sollte. Angeführt wurde die Gruppe von einem inzwischen verstorbenen Banker, der in der Wirtschaftswelt bestens vernetzt war und eine Adressliste mit 300 möglichen Spendern zusammentrug.

Wie die «Basler Zeitung» heute schreibt, soll es dabei zu Ungereimtheiten gekommen sein. Der Vorwurf: Präsident Sebastian Frehner, der damals für die grosse und kleine Kammer kandidierte, soll seine Parteikollegen hintergangen haben. Er habe einen Spendenbrief der Fundraising-Gruppe, auf welchem ein Konto der SVP vermerkt war, «umgeschrieben», um Geld für seinen persönlichen Ständeratswahlkampf zu sammeln. So hätten Spender 10'805 Franken auf das im Brief angegebene private Konto Frehners überwiesen.

Knapp 11'000 Franken an die Partei zurückbezahlt

Als die Vorstandskollegen davon erfahren hätten, seien sie aus allen Wolken gefallen. Die «Basler Zeitung» zitiert aus dem Protokoll einer Krisensitzung, wonach Frehner beschuldigt wurde, das Netzwerk des Bankers missbräuchlich für seine Zwecke verwendet zu haben. Seine Tat sei «nahe am Betrug», sagte ein Sitzungsteilnehmer gemäss dem Protokoll.

Einige Kollegen hätten daraufhin versucht, Frehner zu entmachten, der Putschversuch scheiterte allerdings. Der Nationalrat habe die knapp 11'000 Franken daraufhin an die Partei zurückbezahlt. Eine Schuld habe er von sich gewiesen und beteuert, sein Mitarbeiter sei für den Brief verantwortlich gewesen. Aus Angst vor negativen Schlagzeilen habe die SVP die Affäre unter dem Deckel gehalten, berichtet die Zeitung weiter.

20 Minuten konnte Frehner bislang nicht für eine Stellungnahme erreichen. Der «Basler Zeitung» hat er ein Interview in Aussicht gestellt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.