Spenglercup: Absturz der Eisbären
Aktualisiert

Spenglercup: Absturz der Eisbären

Mora rückte beim Spenglercup auf Platz 1 vor. Die Schweden deklassierten die Eisbären Berlin 6:1.

Pavel Brendl, der Tscheche mit NHL-Vergangenheit, spielte im Rahmen der skandinavischen «Art on Ice» mit den Treffern zum 2:0 und 6:0 erneut die Hauptrolle.

Der Shorthander von Brendl in der 14. Minute trübte Berlins Perspektive denkbar früh. Die Eisbären gerieten durch das dritte Tor des gegenwärtig besten Turnierskorers (7 Punkte in drei Einsätzen) nicht nur ins Taumeln, sie stürzten - gegen Ende hin gar ins Bodenlose. Spätestens als Jonathan Granström, ein Vertreter der eher spärlich eingesetzten 4. Linie, das 3:0 markierte, entfachten nur noch die mitgereisten Supporter auf der Stehrampe ein bisschen (Trommel-)Wirbel.

Im Vorfeld des Turniers hatten die Experten spekuliert, ob Mora, der Zehnte der schwedischen «Elitserien», den hohen Spenglercup- Ansprüchen genügen würde. Nach dem vorletzten Vorrundentag reicht ein Blick auf das Zwischenklassement, um sämtliche Unklarheiten zu klären. Die offenkundig etwas unterschätzten Skandinavier führen das Ranking an. Verliert der HCD (gegen Chimik) oder das Team Canada (gegen die Eisbären), könnte der Debütant an Silvester gar als erste schwedische Equipe seit Färjestad vor zwölf Jahren die prestigeträchtige Trophäe gewinnen.

Ohne die wie mit den NLA-Arbeitgebern Lugano und ZSC vereinbart geschonten Schweizer Steve Hirschi sowie Thierry Paterlini produzierte der deutsche Champion ausser Fehlpässen eigentlich nichts Nennenswertes. Mit ihrem uninspirierten, bisweilen gar bedenlich schwachen Auftritt stellte das DEL-Spitzenteam die Schweden nicht vor die geringsten Probleme - und sich selber in der Analyse wohl in Frage. «Enjoy the Game», pflegt der Hallenspeaker Georges Lüchinger vor dem ersten Puckeinwurf dem Publikum jeweils zu wünschen. Genossen haben das Spiel vor allem die Anhänger schwedischer Herkunft.

In der achten Partie der 80. Ausgabe des Spenglercups war die Fortsetzung der auffällig deutlichen Ergebnisse zu beobachten. Mit Ausnahme der Penaltyniederlage Moras gegen die Kanadier endeten sämtliche Duelle mit mindestens drei Treffern Unterschied. Am vorletzten Tag erlitt neben Berlin auch das Team Canada (0:5 gegen Chimik) ein Debakel. Parodoxerweise besitzen gleichwohl sämtliche Teilnehmer - zumindest in der Theorie - noch Chancen auf den Finalvorstoss.

(si)

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