Sperrstunde, Versammlungsverbot: Das Wallis verhängt die bislang härtesten Corona-Massnahmen
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Sperrstunde, VersammlungsverbotDas Wallis verhängt die bislang härtesten Corona-Massnahmen

Der Kanton Wallis ist derzeit der von der Corona-Pandemie am stärksten betroffene Kanton. Nun wird das Walliser Nachtleben massiv eingeschränkt, und es gilt eine ständige Maskenpflicht in Innenräumen.

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Darum gehts

  • Am Mittwoch wurden allein im Kanton Wallis 897 neue Corona-Fälle vermeldet.

  • Die Walliser Regierung gab darum strenge Massnahmen bekannt.

  • Unter anderem wird das Nachtleben eingeschränkt, Bäder und Fitnesscenter werden geschlossen.

Als erster Kanton hat das Wallis das Nachtleben massiv eingeschränkt. Nachtbars, Discotheken und Erotikclubs werden vollständig geschlossen. Der Besuch von öffentlichen Betrieben wie Restaurants ist noch bis spätestens um 22 Uhr möglich.

Zudem werden öffentliche und private Veranstaltungen und Aktivitäten mit mehr als zehn Menschen untersagt, wie die Walliser Regierung am Mittwoch vor den Medien bekannt gab. Auch gilt ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum. In geschlossenen Einrichtungen gilt eine ständige Maskenpflicht, wie es weiter heisst.

Besuche in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen werden unter dem Vorbehalt von Härtefällen ausgesetzt. Für Schulen auf Tertiärstufe gibt es neu ausschliesslich Fernunterricht.

897 neue Fälle an einem Tag

«Der rasante Anstieg zwingt uns heute, neue Massnahmen einzuführen», sagte Staatsrat Christophe Darbellay. Die Situation habe sich sehr rasch entwickelt und sei äusserst besorgniserregend. Man brauche jetzt neue Regeln. «Es geht nicht anders.»

Es gebe heute 897 neue Fälle, bestätigte Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten. In 14 Altersheimen seien Personen positiv getestet worden. «Wir stellen fest, dass die Zahlen schneller als bei einer wöchentlichen Verdopplung steigen.»

Selbst bei den ergriffenen Massnahmen müsse man davon ausgehen, dass die Zahlen noch für zwei Wochen ansteigen würden. «Es gibt immer mehr jüngere und ältere Personen, die eine Intensivpflege brauchen.»

«Wir haben immer von einer zweiten Welle gesprochen. Aber dass sie in einer Woche mit voller Wucht kommt, haben wir nicht erwartet», Waeber-Kalbermatten.

Die komplette Liste der getroffenen Massnahmen:

Folgende Massnahmen sollen im Wallis ab Donnerstag um Mitternacht gelten, wie der Kanton auf seiner Website schreibt:

- Eine ständige Maskenpflicht an geschlossenen Arbeitsplätzen und in Fahrzeugen.

- Versammlungen von über 10 Personen im öffentlichen Raum und im privaten Kreis werden verboten.

- Besuche in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen werden verboten.

- Weiter werden alle Bars, Nachtclubs, Discotheken und Erotikclubs geschlossen. Für Restaurants gilt ab 22 Uhr die Sperrstunde. Pro Tisch dürfen in Restaurants nur noch vier Personen sitzen. Restaurants sind verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste digital zu erfassen.

- Zudem werden Kontaktsportarten und alle Sportarten mit über 10 Teilnehmern verboten. Eine Ausnahme ist dabei der Profisport. Der FC Sion muss aber vor leeren Rängen spielen.

- Auch öffentliche Bäder, Fitnesscenter und Wellnesseinrichtungen werden verboten.

- Schulen der Tertiärstufe (etwa Unis oder Fachhochschulen) müssen vollständig auf Fernunterricht umstellen.

- Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen (Kinos, Theater oder Museen) werden geschlossen.

Die Regeln sollen so lange gelten, wie sie der Kanton als erforderlich erachtet. Spätestens am 30. November sollen sie aber wieder ausgesetzt werden.

(SDA/kle)

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