Aktualisiert 18.05.2016 08:41

Zika-Virus

Spezial-Kondome sollen Olympioniken schützen

Zum Schutz vor dem Zika-Virus erhält das australische Team für Rio 2016 «super-starke» Kondome. Swiss Olympic hält das nicht für nötig.

von
fee
1 / 11
Vor den Olympischen Spielen, die im August in Brasilien stattfinden, machen sich nicht nur Gesundheitsexperten und Touristen, sondern auch Athleten wegen des gefährlichen Zika-Virus Sorgen.

Vor den Olympischen Spielen, die im August in Brasilien stattfinden, machen sich nicht nur Gesundheitsexperten und Touristen, sondern auch Athleten wegen des gefährlichen Zika-Virus Sorgen.

epa/Marcelo Sayao
Da schon länger bekannt ist, dass das Virus auch über sexuellen Kontakt weitergegeben werden kann, ...

Da schon länger bekannt ist, dass das Virus auch über sexuellen Kontakt weitergegeben werden kann, ...

AP/Felipe Dana
... haben australische Sportfunktionäre angekündigt, besondere Vorkehrungen zu treffen und das Team mit «super-starken» Kondomen auszustatten.

... haben australische Sportfunktionäre angekündigt, besondere Vorkehrungen zu treffen und das Team mit «super-starken» Kondomen auszustatten.

AP/Rick Rycroft

Wegen des Zika-Virus hält sich die Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Rio vielerorts in Grenzen (siehe Box 1), obwohl Gesundheitsexperten wie Christoph Hatz vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel die Ansteckungsgefahr als gering einstufen: «Da die Spiele in der niederschlagsärmsten Zeit stattfinden, wird die Mückendichte vor Ort sehr niedrig sein. Es dürfte also – wenn überhaupt – nur zu wenigen Übertragungen kommen.»

Dennoch: Die Gefahr einer Ansteckung besteht – auch für die Sportler. Deshalb hat das australische Team laut der australischen Presseagentur AAP angekündigt, besondere Vorkehrungen zu treffen: Da schon länger bekannt ist, dass das Virus auch durch Sex weitergegeben werden kann, sollen die 134 australischen Athleten mit insgesamt 15'000 «super-starken Kondomen» ausgestattet werden. Die mit einem speziellen Gleitmittel überzogenen Präservative bieten laut Teamchefin Kitty Chiller einen «fast vollständigen Anti-Viren-Schutz». Die Kondome werden vom grössten Produzenten Australiens hergestellt, ein entsprechender Vertrag soll bereits unterzeichnet worden sein.

Und die Schweizer?

Swiss Olympic hingegen setzt auf die Eigenverantwortung seiner Sportler und Mitarbeiter: «Wir werden kein spezielles Kondom an die Mitglieder der Schweizer Delegation in Rio abgeben. Um die Übertragung von Viren beim Sex auszuschliessen, braucht es keine speziellen, sondern einfach sichere Kondome», teilte Fabio Gramegna von Swiss Olympic auf Anfrage von 20 Minuten mit.

Schliesslich sollte sich jeder Mensch beim sexuellen Verkehr mit unbekannten Partnern schützen, das gelte nicht erst seit Zika.

Punkto Verhütung auf sich allein gestellt werden die Schweizer Sportler trotzdem nicht sein. Wie anderen Olympioniken auch werden ihnen vor Ort Präservative zur Verfügung stehen. Die Organisatoren der Olympischen Spiele haben bekannt gegeben, in Brasilien 450'000 Kondome bereitzustellen.

Weiter gilt für die Sportler dasselbe wie für alle anderen Menschen, die in die betroffenen Gebiete reisen: Sie sollten sich rund um die Uhr vor Mückenstichen schützen (siehe Box 2).

Manchen Athleten reicht das aber nicht: So hat Anfang Mai beispielsweise Australiens Golf-Hoffnung Marc Leishman wegen des Zika-Virus seinen Olympia-Start abgesagt. Das Gesundheitsrisiko für ihn und seine Familie sei einfach zu gross, wie Golf.com mitteilt. Und US-Torhüterin Hope Solo erklärte, nur äusserst widerwillig nach Rio zu reisen.

WHO in Sorge

Die Weltgesundheitsorganisation gibt sich zunehmend beunruhigt über die Ausbreitung des Zika-Virus: «Je mehr wir über Zika lernen, desto besorgter werden wir», sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Dienstag in Genf. Das Virus sei zwar schon seit Jahrzehnten bekannt, doch sei erst kürzlich nachgewiesen worden, dass es schwere Geburts- und Hirnschäden bei Neugeborenen verursache.

Die WHO hatte Zika im Februar als weltweite Gesundheitsgefahr eingestuft. Mittlerweile grassiert das Virus in fast 60 Staaten besonders stark in Brasilien. Einige Experten sprachen sich dafür aus, die Olympischen Sommerspiele in Rio zu verschieben oder anderswo zu organisieren. Chan stellte sich jedoch nicht hinter diese Forderung. (sda)

So schützen Sie sich vor Mückenstichen

- Tragen Sie körperbedeckende helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden, feste Socken).

- Tragen Sie tagsüber, in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel wiederholt auf alle freien Körperstellen auf.

- Schlafen Sie immer unter einem möglichst imprägnierten Moskitonetz.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.