Aktualisiert 06.10.2007 17:18

«Spiel ist für die SVP aufgegangen»

Nach Einschätzung des Berner Politologen Georg Lutz kann die SVP den Kundgebungstag trotz des verhinderten Umzuges als Erfolg verbuchen.

Die extreme Linke habe mit den Ausschreitungen der SVP im Vorfeld der Wahlen einen Dienst erwiesen. «Die SVP steht nun als Opfer da», sagte Lutz. «Das Spiel ist für die SVP aufgegangen». Dies könne bewirken, dass sich Wählerinnen und Wähler solidarisierten. Zum Nutzen gereiche der SVP insbesondere die Medienaufmerksamkeit.

Hätte die SVP-Wahlveranstaltung ohne Zwischenfälle «als Umzug mit Blocher und Zottel» durchgeführt werden können, wäre in zehn Zeilen darüber berichtet worden, sagte Lutz. Wegen der Ausschreitungen werde die Veranstaltung nun aber mehrere Tage in den Schlagzeilen sein.

Das Spiel sei allerdings nicht nur für die SVP, sondern auch für die extreme Linke aufgegangen, die nicht elektoral denke und für sich in Anspruch nehmen könne, den SVP-Umzug verhindert zu haben. Zu den Verlierern des Tages gehöre hingegen die moderate Linke.

Dass die Ereignisse vom Samstag in Bern sehr grosse Auswirkungen auf die Wahlen haben, glaubt der Politologe allerdings nicht: «Der Tag hat der SVP ganz sicher nicht geschadet, aber grosse Verschiebungen wird es deshalb wohl nicht geben», sagte Lutz.

(sda)

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