Jakob Kölliker: «Spiele gegen Deutschland sind immer hart»
Aktualisiert

Jakob Kölliker«Spiele gegen Deutschland sind immer hart»

Mit einem Sieg gegen Deutschland in der Verlängerung hat die Schweizer Eishockey-Nati das Minmalziel an der Heim-WM erreicht: die Qualifikation für die Zwischenrunde. Assistenztrainer Jakob Kölliker zeigt sich zufrieden mit der Leistung der «Eisgenossen» und hat gegen Russland Grosses vor.

von
Monika Brand
Bern

«Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Aber wenn man in der Verlängerung gewinnt, ist ein Spiel immer auf Messers Schneide», analysierte Kölliker nach dem 3:2-Erfolg gegen die Deutschen. «Es war kein einfacher Match und deshalb sind wir natürlich sehr glücklich, dass das Spiel so ausgegangen ist.»

Die Schweizer seien keineswegs von der Spielweise der Deutschen überrascht gewesen. «Wir haben sie so erwartet, aber Spiele gegen Deutschland sind immer hart», so der Assistenztrainer und fügt an: «Besonders an der Heim-WM, wo doch ein gewisser Druck auf uns lastet.» Die Nervosität war denn den Schweizern auch immer noch anzusehen. Hat diese Mannschaft ein mentales Problem? «Nein», sagt Kölliker überzeugt. Die Mannschaft sei heute viel weniger nervös gewesen als noch gegen Frankreich. «Wir waren geladen, die Mannschaft wollte etwas erreichen. Wir konnten von Beginn weg das Spiel dominieren und daher war die Nervosität sicher nicht dermassen vorhanden wie noch im letzten Spiel.»

Sorgenkinder Powerplay und Chancenauswertung

Sorgen bereitet dem ehemaligen Rekordinternationalen (214 Länderspiele) das Powerplay. «Es klappt noch nicht so, wie wir uns das vorstellen und wir haben immer noch Mühe», sagt Kölliker. Doch das Turnier sei noch lange. «Vielleicht ist es gut, dass es jetzt harzt, dann kann sich der Knoten in Zukunft noch lösen.» Doch zumindest haben die Schweizer zum Schluss des Spiels aufblitzen lassen, dass sie eigentlich wissen, wie es geht. Den 3:2-Siegestreffer schoss NHL-Legionär Mark Streit nämlich in Überzahl. «Es war ein super Schuss», lobt der Assistenztrainer seinen Spieler und fügt an: «So möchten wir es gerne haben.»

Beim zweiten Sorgenkind der Eishockey-Nati, der Chancenauswertung (38 Schüsse aufs Tor, 3 Treffer), sieht Kölliker Fortschritte. Es sei besser gewesen als noch im Spiel gegen Frankreich (42/1), aber: «Da müssen wir weiterhin daran arbeiten.»

Sensation gegen Russland?

Obschon die «Eisgenossen» mit dem Sieg gegen Deutschland sich bereits die Teilnahme an der Zwischenrunde gesichert und damit das Minimalziel erreicht haben, wollen sie das letzte Gruppenspiel gegen Weltmeister Russland am Dienstag keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. «Wir haben das Soll erreicht», sagt Kölliker. «Jetzt schauen wir aber vorwärts aufs Russen-Spiel und das ist eine gute Chance, uns noch einmal von unserer besten Seite zu zeigen.» Der Weltmeister sei ein harter Brocken, aber die Schweizer würden sich so teuer wie möglich verkaufen wollen. Kölliker: «Ein Spiel ist ein Spiel und da können die Würfel auch für uns fallen.» Also wieder eine Sensation, wie an der letzten Heim-WM, als die Krueger-Boys die Hockey-Grossmacht mit 4:2 bezwang? Kölliker: «Klar, dafür gehen wir aufs Eis und dafür kämpfen wir.»

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