Aktualisiert 06.04.2020 07:17

Super League

Spielen diese elf nochmals für ihre Clubs?

Etliche Verträge in der Super League laufen Ende Juni aus. Einigen Spielern droht ein Abgang durch die Hintertür. Andere wären ablösefrei zu haben.

von
Kay Voser
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Werden wir Guillaume Hoarau nochmals so jubeln sehen wie nach seinem 3:3-Ausgleichstreffer beim Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und den BSC Young Boys? Der Vertrag des 36-jährigen Franzosen läuft am 30. Juni aus.

Werden wir Guillaume Hoarau nochmals so jubeln sehen wie nach seinem 3:3-Ausgleichstreffer beim Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und den BSC Young Boys? Der Vertrag des 36-jährigen Franzosen läuft am 30. Juni aus.

Keystone/Ennio Leanza
Über 450 Pflichtspiele absolvierte Marco Wölfli für YB. Am 26. Februar verkündete das Berner Urgestein seinen Rücktritt aus dem Profi-Fussball. Reicht es dem 11-fachen Nationalspieler noch für ein Abschiedsspiel in der Super League?

Über 450 Pflichtspiele absolvierte Marco Wölfli für YB. Am 26. Februar verkündete das Berner Urgestein seinen Rücktritt aus dem Profi-Fussball. Reicht es dem 11-fachen Nationalspieler noch für ein Abschiedsspiel in der Super League?

Keystone/Peter Schneider
Miralem Sulejmani verpasste verletzungsbedingt die gesamte Hinrunde der Super League. Obwohl die Young Boys den kreativen Offensivspieler schmerzlich vermisst haben, scheint unklar, wie es mit dem 31-Jährigen weitergeht.

Miralem Sulejmani verpasste verletzungsbedingt die gesamte Hinrunde der Super League. Obwohl die Young Boys den kreativen Offensivspieler schmerzlich vermisst haben, scheint unklar, wie es mit dem 31-Jährigen weitergeht.

Keystone/Peter Schneider

Die Meisterschaft in der Super League ist bis auf Weiteres ausgesetzt. Wann und ob die Saison zu Ende gespielt werden kann, ist weiter unklar. Möglich sind viele Szenarien. Im Optimalfall könnte der Betrieb im Mai wieder aufgenommen und die Saison noch vor dem 30. Juni beendet werden. Denn dann laufen in der Super League insgesamt 86 Spielerverträge aus.

Während Sion-Präsident Christian Constantin aufgrund der Corona-Krise bereits vor Wochen mehrere Spieler fristlos entlassen hat, sind bei den anderen Clubs die Verhandlungen über neue Verträge ins Stocken geraten. Solange die Vereine nicht wissen, wie es weitergeht, werden die auslaufenden Kontrakte wohl kaum verlängert werden können. Unter den Spielern, welche im Sommer ohne Club dastehen könnten, sind einige Altstars, denen bei längerer Aussetzung der Meisterschaft ein Abgang durch die Hintertür drohen würde. Zudem wären einige vielversprechende Talente sowie etliche gestandene Grössen ablösefrei zu haben. Eine Auswahl:

Marco Wölfli (BSC Young Boys)

Seit 22 Jahren spielt der 37-jährige Goalie für YB. Am 26. Februar verkündete das Berner Urgestein seinen Rücktritt vom Profi-Fussball. Der Clublegenden-Status ist ihm gewiss. Und das nicht erst seit dem Gewinn der ersten Meisterschaft in 32 Jahren, als Marco Wölfli im Jahr 2018 den verletzten Stamm-Goalie David von Ballmoos in der kompletten Rückrunde vertreten hatte. Doch ob es dem 11-fachen Nationalspieler noch für ein Abschiedsspiel in der Super League reichen wird? Zu gönnen wäre es ihm. Seinen letzten Pflichtspieleinsatz bestritt Wölfli am 10. November beim 4:3-Heimsieg über St. Gallen.

Guillaume Hoarau (BSC Young Boys)

Dass Guillaume Hoarau Tore am Laufmeter schiessen kann, muss der mittlerweile 36-jährige Franzose gewiss nicht mehr beweisen. Doch die Young Boys haben seinen Nachfolger bereits in ihren Reihen: Jean-Pierre Nsame erzielte in dieser Saison wettbewerbsübergreifend 24 Tore in 32 Spielen, während Hoarau seiner Form aus den letzten Spielzeiten hinterherhinkt. In der Super League gelangen dem Torschützenkönig 2018/19 in dieser Spielzeit lediglich zwei Treffer. Falls die Saison fortgesetzt wird, dürften noch einige Einsätze und Tore folgen. Doch ob die YB-Verantwortlichen seinen auslaufenden Vertrag verlängern wollen, darf bezweifelt werden. Schliesslich gehört Hoarau zu den absoluten Topverdienern der Liga.

Miralem Sulejmani (BSC Young Boys)

Die Berner haben den genialen Linksfuss Miralem Sulejmani in dieser Saison schmerzlich vermisst. Der 31-jährige Offensivmann fehlte verletzungsbedingt die komplette Hinrunde. Zudem zog sich Sulejmani Ende Februar erneut eine Muskelverletzung zu. Seine Qualitäten auf dem Platz sind unbestritten – solange er fit ist. Doch Sulejmanis Verletzungsanfälligkeit dürfte auch den YB-Bossen Sorgen bereiten. Eine Komponente, die wohl eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung spielt, ob sein Vertrag verlängert werden sollte. Wie Hoarau zählt auch Sulejmani zu den Grossverdienern in der Super League. Durchaus denkbar, dass Sulejmani am 16. Februar in Lugano (1:2-Niederlage) bereits sein letztes Spiel für die Young Boys bestritten hat.

Kevin Bua (FC Basel)

Der pfeilschnelle Flügelspieler des FCB spielte eine vorzügliche Hinrunde, in welcher ihm in der Liga drei Tore und sechs Assist gelangen. Aus den letzten sieben Spielen verpasste Kevin Bua allerdings verletzungsbedingt deren vier. Wann und ob der 26-Jährige wieder für den FCB auflaufen wird, bleibt abzuwarten. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus.

Ricky van Wolfswinkel (FC Basel)

Der 31-jährige Goalgetter hat eine schwierige Zeit hinter sich. Anfang August letztes Jahres wurde bei Ricky van Wolfswinkel eine Arterienerweiterung im Gehirn diagnostiziert. Seitdem fiel van Wolfswinkel aus, bis er am 8. Februar beim Auswärtssieg gegen den FC Zürich sein zehnminütiges Comeback feierte. Danach musste der Holländer allerdings nach einer erneuten Untersuchung weitere vier Wochen pausieren. Als wäre dies noch nicht schlimm genug, läuft van Wolfswinkels Vertrag in diesem Sommer aus. Mit einer solchen Vorgeschichte wird es nicht einfach werden, einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Zdravko Kuzmanovic (FC Basel)

Ähnliches wie für van Wolfswinkel gilt auch für Zdravko Kuzmanovic: Der 32-jährige Mittelfeldregisseur fällt seit Monaten aus. Im Oktober riss er sich erneut die Achillessehne – zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren. Die Zeichen standen schon zuvor mehrmals auf Abschied. Kuzmanovics auslaufender Vertrag dürfte deshalb wohl kaum verlängert werden.

Jordi Quintillà (FC St. Gallen)

Der defensive Mittelfeldspieler der Espen ist eine der ganz grossen Entdeckungen dieser Saison. Mit viel Ballgefühl und einem satten Schuss ausgestattet, gelangen dem 26-jährigen Spanier in dieser Saison neun Super-League-Tore und drei Assists. Zusammen mit Victor Ruiz bildet Quintillà das kongeniale Duo im St.Galler Mittelfeld. Bisher wurde sein Ende Juni auslaufender Vertrag noch nicht verlängert. Der Club besitzt jedoch eine leistungsorientierte Option auf ein weiteres Jahr – dabei verlängert sich Quintillàs Vertrag wohl ab einer gewissen Anzahl Spiele. Ob er diese schon erreicht hat oder noch erreichen kann? In jedem Fall dürfte der FC St.Gallen alles unternehmen, um den Linksfuss weiter an sich zu binden.

Boris Babic (FC St. Gallen)

Der 22-jährige Stürmer spielte eine bärenstarke Saison – bis er sich bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Luzern am 16. Februar das Kreuzband riss und wohl bis im August ausfallen wird. Im Juni läuft Babics Vertrag aus – bisher kam es noch zu keiner Einigung über eine Verlängerung. Es scheint jedoch augenscheinlich zu sein, dass die Ostschweizer ihren Shooting-Star behalten wollen. Zumal den Espen der Abgang ihres Topstürmers Ermedin Demirovic (neun Tore), dessen Leihvertrag mit Deportivo Alavés im Juni endet, droht. In 19 Super-League-Einsätzen diese Saison erzielte Babic sieben Treffer und verbuchte zwei Assists.

Pa Madou Jagne (FC Zürich)

Bereits vor Jahresfrist entschied die FCZ-Führung, den Vertrag mit dem Linksverteidiger Pa Madou auslaufen zu lassen. Bis Präsident Ancillo Canepa seinen ehemaligen Spieler zufälligerweise in der Schulthess-Klinik, wo sich Pa Madou fit halten durfte, traf. Daraufhin wurde ein Fitnesstest vereinbart, den der mittlerweile 30-jährige Gambier bestand. Pa Madou unterschrieb schliesslich doch noch einen neuen Vertrag. Ein Jahr später droht dem kräftigen Linksfuss wieder der Abschied. Pa Madou wusste, wie das gesamte Team, vor allem in der Rückrunde nicht zu überzeugen.

Koro Koné (Servette FC)

Der 30-jährige Stürmer war schon letzte Saison in der Challenge League brandgefährlich. In der Super League kam er zu Beginn der Spielzeit jedoch nicht richtig in Fahrt – mitunter wegen einer Schulterverletzung – ehe der Ivorer erneut aufblühte. In den letzten neun Spielen gelangen ihm sechs Tore, darunter ein Hattrick gegen den FCZ. Die Servettiens werden wohl alles daran setzten, ihren schnellen Angreifer zum Verbleib zu überreden.

Raphaël Nuzzolo (Xamax)

Raphaël Nuzzolo ist so etwas wie die Lebensversicherung von Xamax. Der 36-jährige Offensivspieler zeigt noch überhaupt keine Ermüdungserscheinungen. In dieser Saison erzielte er acht Super-League-Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Als sicher gilt, dass der treffsichere Topscorer der Neuenburger gerne noch ein weiteres Jahr anhängen würde. Xamax steckt allerdings in einer schwierigen Situation: Zum einen ist der Club akut abstiegsgefährdet, was die Planung für die kommende Saison nebst der Corona-Krise zusätzlich erschwert. Zum anderen drohen gleich 17 Spielerverträge auszulaufen. Darunter auch die Kontrakte der Leistungsträger Gaëtan Karlen (7 Saisontore) und Geoffroy Serey Dié.

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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