FC St. Gallen/Staad: Spielerinnen per Whatsapp abserviert
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FC St. Gallen/StaadSpielerinnen per Whatsapp abserviert

Sie sind beide über 30 Jahre alt. Sie waren beide Identifikationsfiguren beim FC St. Gallen/Staad. Nun sind sie es nicht mehr.

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mig
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Bettina Peter ist die eine routinierte Spielerin, die per Whatsapp abserviert wurde.

Bettina Peter ist die eine routinierte Spielerin, die per Whatsapp abserviert wurde.

FC St. Gallen/Staad / MD
Claudia Stilz die andere.

Claudia Stilz die andere.

FC St.Gallen/Staad / MD
Vor ein paar Monaten konnte die Mannschaft noch über den Aufstieg in die NLA jubeln.

Vor ein paar Monaten konnte die Mannschaft noch über den Aufstieg in die NLA jubeln.

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Claudia Stilz und Bettina Peter waren Teamstützen. Teamstützen der NLA-Frauen des FC St. Gallen/Staad, der erst seit dieser Saison in der höchsten Spielklasse ist. Nun mussten die beiden 33-Jährigen eine Nachricht verdauen, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Der Sportchef hat in einer Whatsapp-Nachricht klargestellt, dass der Verein auf Jüngere setzen will. Auslöser dafür ist auch die direkte Art der beiden routinierten Spielerinnen. Der Sportchef spricht davon, dass sie jüngere Teamkameradinnen eingeschüchtert hätten. Ein Mädchen sei nach einem Spiel gar weinend zu ihm gekommen.

Für die beiden abservierten Spielerinnen kommt der Entscheid überraschend. Noch im ersten Saisonspiel standen beide in der Startformation. Gegenüber der Zeitung sagt Stilz: «Wir sind sehr enttäuscht und traurig.» Ihnen sei die Chance genommen worden, selbst über den Abgang zu entscheiden. Über den Abgang bei einem Club, den sie seit Jahren mitprägen.

Nie Gespräche stattgefunden

Der Sportchef begründet seinen Entscheid damit, dass nur so Ruhe einkehren könne in das Team. Er spricht davon, dass die jungen Spielerinnen regelrecht Angst hätten vor den beiden Abservierten. Offenbar haben das Stilz und Peter nur selbst nicht erfahren. Die sportliche Leitung habe das Gespräch mit ihnen nie gesucht. Und nun sind sie per Whatsapp abserviert worden.

Für einen Teil der Mitspielerinnen kommt der Entscheid, auf die beiden Routiniers zu verzichten, laut dem «St. Galler Tagblatt» ebenfalls überraschend. Es sei für viele ein grosser Dämpfer gewesen. Auch der Trainer spürt eine gewisse Verunsicherung. Trotzdem will der Verein vorwärtsschauen. Auch wenn allen klar scheint, dass die Abservierung per Whatsapp nicht die feine englische Art ist.

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