Lenzburg AG: Spielgruppe lehnt Kinder von Schwulen-Paar ab
Publiziert

Lenzburg AGSpielgruppe lehnt Kinder von Schwulen-Paar ab

Den dreieinhalbjährigen Zwillingen Rafael und Rahul wurde die Aufnahme in eine Spielgruppe verweigert. Der Grund: Ihre Eltern sind homosexuell.

von
fss
1 / 5
Wegen ihrer schwulen Eltern wurden zwei Zwillingen die Aufnahme in die Spielgruppe verboten. (Symbolbilder)

Wegen ihrer schwulen Eltern wurden zwei Zwillingen die Aufnahme in die Spielgruppe verboten. (Symbolbilder)

Keystone/Carsten Rehder/DPA
Gegenüber den Eltern argumentierte die Spielgruppenleiterin, dass «eine solche Konstellation weder normal noch natürlich sei» (Symbolbild)

Gegenüber den Eltern argumentierte die Spielgruppenleiterin, dass «eine solche Konstellation weder normal noch natürlich sei» (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally
Wer im Kanton Aargau eine Spielgruppe leiten möchte, braucht keine spezielle Betriebsbewilligung, da die Kinder nur halbtags betreut werden. (Symbolbild)

Wer im Kanton Aargau eine Spielgruppe leiten möchte, braucht keine spezielle Betriebsbewilligung, da die Kinder nur halbtags betreut werden. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally

Wer im Kanton Aargau eine Spielgruppe leiten möchte, braucht keine spezielle Betriebsbewilligung, da die Kinder nur halbtags betreut werden. «Im Zentrum steht gleichwohl aber das Wohl der Kinder», wie der Lenzburger Stadtrat Andreas Schmid gegenüber dem «Lenzburger Bezirks-Anzeiger» sagt.

Dieses Wohl wurde allerdings von einer Spielgruppenleiterin in den Hintergrund gedrückt. Sie verweigerte den dreieinhalbjährigen Zwillingen Rafael und Rahul die Aufnahme in ihre Gruppe. Dies weil die Eltern der Brüder homosexuell sind. Gegenüber den Eltern argumentierte die Frau, dass «eine solche Konstellation weder normal noch natürlich sei». Diese Aussage bestätigte sie auch auf Anfrage des Bezirk-Anzeigers.

Warten auf den Kindergarten

Kein Verständnis für diese Art der Diskriminierung hat Regula Aeschbach, Leiterin Regionalgruppe Aarau. «Jedem Kind soll der Zugang zu einer Spielgruppe ermöglicht werden. Diskriminierendes Verhalten ist in Spielgruppen nicht erwünscht.»

Auch Andreas Schmid kann die Entscheidung der Spielgruppenleiterin nicht nachvollziehen. Er sagt: «Ich persönlich habe für die Haltung dieser Spielgruppenleiterin kein Verständnis.» Trotzdem, die Spielgruppenleiterin kann selbst entscheiden, welche Kinder sie in ihre Gruppe aufnimmt.

Ob Rafael und Rahul jemals in die Spielgruppe gehen, steht noch in den Sternen. Denn nach den schlechten Erfahrungen überlegen sich die beiden Männer laut «LBA», ob sie nochmals einen Anlauf nehmen oder einfach warten sollen, bis die Kleinen in den Kindergarten kommen.

Deine Meinung